Wir bauen ein Haus

Teil 2: Planung und Dienstleister

Nachdem wir Ihnen im ersten Teil unserer Hausbau-Serie Tipps zur Grundstücks-Findung und den verschiedenen Bauweisen gegeben haben, dreht sich heute alles um die passende Planung Ihres Bauvorhabens.

Eine gute Planung das Hausbaus ist das A&O

Vorausschauende Planung als Basis

Ein Haus zu planen, ist keine einfach Aufgabe: Wie viele Zimmer benötige ich? Wo sollen die Fenster hin? An wie viele Steckdosen muss ich denken? Was ist mit den Anschlüssen für Storm, Telefon und Internet?

Fragen über Fragen. Gut, dass es Architekten gibt, denn die beschäftigen sich tagtäglich damit, Häuser zu planen.

Je nach Wahl Ihres Hausanbieters haben Sie mal mehr, mal weniger Gestaltungspielraum. Bei einem frei geplanten „Architektenhaus“ können sich angehende Eigenheimbesitzer selbst verwirklichen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, umfassende Eigenleistungen einzubringen. Allerdings ist solch eine freie Planung und Umsetzung meist etwas teurer, als beispielsweise Fertighäuser.

Bei einem Fertighaus haben Häuslebauer die Wahl aus bereits fertigen Grundrissen. Hier sind die Zimmergrößen, Türen und Fenster fest angeordnet. Doch auch hier lassen sich Änderungen, ggf. gegen einen Aufpreis, vornehmen. Oftmals haben diese Anbieter auch verschiedene Hausmodelle im Angebot, so dass für jeden etwas dabei sein sollte.

Die wichtigsten Punkte Ihrer Hausplanung

Das eigene Haus plant man in der Regel nur einmal im Leben. Die dabei gewählte Raumstruktur lässt sich nachträglich nur teuer ändern. Nehmen Sie sich daher für die Planung ausreichend Zeit. Recherchieren Sie im Internet und schauen Sie sich diverse Hausmodelle an. Notieren Sie sich alles, was Ihnen wichtig ist und gefällt. Und auch, was Sie gar nicht mögen.

An die folgenden Punkte sollten Sie auf jeden Fall denken:

  • Keller oder Bodenplatte: Fragen Sie sich ernsthaft, wofür Sie einen Keller benötigen. Ist er nur ein teurer Abstellraum für Grill und Fahrräder, so lohnt sich eher der nachträgliche Bau eines Gartenhauses. Waschmaschine und Heizung können in einem sogenannten Technikraum unterkommen. Benötigen Sie den Keller beispielsweise für Ihr Hobby, so kann sich die Investition dennoch lohnen. Hier kommt es auf Ihre genauen Pläne an.
  • Größe: Wie groß muss das Haus sein? Dies hängt vor allem von der Familienplanung ab. Früher haben von Anfang an mehrere Generationen gemeinsam ein Haus gebaut. Da heutzutage aber viele Sprösslinge ihren eigenen Weg gehen, ist das in der Regel nicht mehr nötig. Hier muss man auch an Einschränkungen z.B. durch die Gemeinde oder Stadt denken. Möglicherweise darf Ihr Haus nur eine bestimmte Höhe erreichen oder muss eine vorgegebene Dachform haben. Diese Details erhalten Sie von Ihrer Kommune.
  • Heizung: Gas, Erdwärme, Öl, Sonne, Scheitholz oder doch Pellets? Hier kommt es zum einen auf die Energieeffizienz Ihres Hauses an, welche auch wichtig für die Finanzierung ist. Lassen Sie sich von Ihrem Anbieter die genauen Unterschiede und Details erläutern und wählen Sie die für Sie passende Variante. Denken Sie zu anderen auch an die laufenden, jährlichen Kosten wie Öl, Gas, Strom oder die Pellet-Lieferung.
  • Zimmer: Wie viele Zimmer brauchen wir? Auch hier kommt Ihre Familienplanung ins Spiel. Denken Sie aber ebenso an Zimmer wie Büro, Speisekammer, Technikraum oder eine Garderobe. Außerdem sollten Sie sich mit den Vor- und Nachteilen eines offenen Wohn- und Essbereiches auseinander setzen.
  • Fenster: Bodentief oder doch lieber schmal? Mit Fensterbank oder ohne? Hier sollten Sie bereits grob die Anordnung Ihrer Möbel vor Augen haben. Machen in der Couchecke bodentiefe Fenster überhaupt Sinn? Soll die Arbeitsplatte der Küche direkt als Fensterbank dienen? Themen, die Sie unbedingt mit Ihrem Architekten bzw. Hausbauer besprechen müssen.
  • Steckdosen: Hier gilt, lieber zu viele als zu wenige. Letztendlich merkt man sehr schnell, wo noch eine Steckdose nötig gewesen wäre. Zur Not helfen hier Mehrfachsteckdosen. Aber, je genauer Sie planen umso weniger dieser Notlösungen werden am Ende benötigt.

Ihr Haus in 3D

Jetzt haben Sie schon einige Punkte zum Nachdenken erhalten. Doch es geht noch weiter. Sobald der Grundriss steht, kommt das Thema Bodenbelag, Wandfarbe, Türen, Möbel und Küche auf den Plan.

Um bei all diesen Themen den Überblick zu behalten, empfiehlt es sich, direkt von Anfang an eine Excel-Tabelle zu erstellen. Tragen Sie hier alles ein, was Ihnen einfällt. Und schreiben Sie auch direkt die geplanten Kosten dazu. So haben Sie auch Ihr Budget im Griff.

Für das bessere Vorstellungsvermögen gibt es heutzutage auch spezielle 3D-Planungsprogramme. Hier können Sie Ihr Haus einmal simulieren und bereits mit Farben, Belägen und Möbeln experimentieren. So wissen Sie schneller, ob Ihre Ideen in der Praxis auch funktionieren und Ihnen gefallen.

Küchenplanung einkalkulieren

Einen großen Planungspunkt auf der Liste stellt auch die Küche dar. Wie viel Platz soll sie einnehmen? Ist der Küchenbereich offen oder geschlossen? Brauche ich eine Speisekammer?

Daher sollte der Küchenlieferant ebenso direkt zu Beginn in die Planung mit einbezogen werden. Auch der benötigt die genauen Raumpläne Ihres Architekten, um die Küche optimal darauf abstimmen zu können.

Denken Sie auch hier daran, ob Sie bei einer offenen Küche unterschiedliche Bodenbeläge und Wandfarben als optische Abgrenzung zum Wohnbereich benötigen. Auch die Dunstabzugshaube muss bei einem offenen Wohn-Essbereich mehr Leistung aufweisen. Sprechen Sie all diese Punkte im Vorfeld bei der Planung an.

Junger Architekt bei der Hausplanung

Dienstleister rund ums Haus

Ob Fertighaus oder freie Planung: Um externe Dienstleister kommen Sie nicht herum. Dazu zählt zum Beispiel der Vermesser. Er misst das gesamte Grundstück ein. Der daraus erstelle Plan hilft im Anschluss Ihrem Bauunternehmen bei der Planung.

Dann gibt es noch den Tiefbauer, der den Anschluss an das Kanalnetz vornimmt. Den Kellerbauer bzw. das Unternehmen, das die Bodenplatte gießt. Das Heizungsunternehmen, den örtlichen Wasser-, Strom- und Telefondienstleister.

Wenn Sie kein Fertighaus gewählt haben, kommen außerdem noch Dienstleister rund um den Innenausbau dazu. Diese gilt es bereits frühzeitig über die Planung zu informieren und zu beauftragen. Oftmals planen die Dienstleister rund ums Haus Ihr Bauvorhaben nur grob ein und entscheiden kurzfristig, wann sie vor Ort beginnen. Planen Sie deshalb kurzfristige Änderungen mit ein.

Sprechen Sie im Vorfeld unbedingt mit Ihrer Hausfirma, welche Dienstleister sie beauftragt und um welche Sie selbst sich kümmern müssen. Fragen Sie außerdem nach, welche Unterlagen der Architekt benötigt und bis wann. Die müssen Sie meist selbstständig und rechtzeitig bei Ihrer Kommune besorgen.

Alles im Zeitplan?

Die meisten Hausbaufirmen stellen Ihnen einen groben Zeitplan bereit. Darin fehlen allerdings die Dienstleister, die Sie selbst beauftragt haben. Machen Sie sich also am besten nochmal einen eigenen, umfassenden Zeitplan.

Hier können Sie auch Ihre Eigenleistung zeitlich einplanen und behalten zu jeder Zeit den Überblick. Planen Sie auch großzügige Puffer ein, falls sich ein Dienstleister einmal verspäten sollte. Und als wichtigster Tipp: Bleiben Sie hartnäckig und erinnern Sie Ihre Dienstleister an anstehende Termine, damit alle Arbeiten rechtzeitig erledigt werden.

Im dritten Teil unserer Serie erzählt Rüdiger Kling, unser Experte für die Immobilien-Finanzierung, worauf es bei der Baufinanzierung ankommt. Jetzt weiterlesen in Teil 3: Die Baufinanzierung.

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