Nachlass regeln

Das Erbe in 8 Schritten sicher planen

Nachlass regeln: Das Erbe in 8 Schritten sicher geplant.

Der Nachlass: Zu Lebzeiten Wichtiges festhalten

„Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter.“ – Ein schönes Motto. Doch was, wenn es wirklich Ihr letzter Tag wäre? Im Jahr 2018 gab es in Deutschland über 2.600.000 erfasste Verkehrsunfälle – davon 3.270 mit Todesfolge (Quelle: Statistisches Bundesamt).

In solch einem Fall tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Wer hiervon abweichen möchte, muss dies bereits vor dem Erbfall schriftlich festhalten. Wir haben für Sie wichtige Fakten zum Thema Nachlass für Sie zusammengestellt.

Schritt 1: Vollmachten

Vater und Sohn richten Vorsorgevollmacht bei der Sparkasse ein.

Wer kann im Falle des Falles auf Ihre Konten zugreifen? Eine Verfügungsberechtigung für das Girokonto geht nicht automatisch an den Partner oder nächsten Verwandten über. Und auch die selbst ausgefüllte Vorsorge-Vollmacht aus dem Internet ist leider nicht ausreichend, denn Ihre Sparkasse darf diese nicht akzeptieren.

Das bedeutet, dass Sie der Person Ihres Vertrauens nur dann eine Vollmacht erteilen können, wenn Sie diese frühzeitig bei Ihrem Sparkassen-Berater persönlich beantragen. Alternativ akzeptiert Ihre Sparkasse eine durch den Notar beurkundete Vollmachtserteilung.

Vorsorgevollmacht Ihrer Sparkasse

Einfachste Lösung: Fragen Sie Ihren Berater nach einer „Vorsorgevollmacht“. Der Vorteil: Eine einzige Unterschrift genügt, um nicht nur im Falle des Todes die Vollmacht für vorhandene, sondern auch automatisch für alle künftigen Konten zu erteilen.

Beispiel: Sie bevollmächtigen Ihren Partner heute für Ihr Girokonto. In den nächsten zwei Jahren eröffnen Sie zusätzlich ein Depot. Mit der „Vorsorgevollmacht“ hat Ihr Partner somit automatisch für dieses Depot und alle etwaige weitere Dienstleistungen innerhalb der Kreissparkasse Schwalm-Eder Zugriff, ohne dass Sie erneut tätig werden müssen. Für Finanzprodukte oder Versicherungen außerhalb der Kreissparkasse gilt dieser Service aus gesetzlichen Gründen nicht.

Bankschließfächer und Tresore

Damit Ihre Hinterbliebenen Bankschließfächer bei Ihrer Sparkasse öffnen dürfen, ist ebenfalls eine Vollmacht nötig. Diese kann nur von Ihnen persönlich bei Ihrem Sparkassen-Berater eingerichtet werden. Bei der oben erwähnten Vorsorgevollmacht ist das Bankschließfach inbegriffen.

Damit Ihre Vertrauen an den Schlüssel für Ihr Bankschließfach oder etwaige private Tresore gelangen können, hinterlegen Sie für diese am besten einen Hinweis beim Notar oder in Ihrem Testament.

Schritt 2: Fristen der Unfallversicherung

Frau telefoniert mit der Versicherungsgesellschaft.

Haben Sie eine Unfallversicherung? Sollte der Todesfall aufgrund eines Unfalls eintreten, besteht eine Frist von maximal 48 Stunden: Innerhalb dieser Frist müssen sich Ihre Angehörigen also bei der Sparkasse oder Versicherung melden, bei welcher Sie eine Unfallversicherung abgeschlossen haben.

Während das eigentliche Unfallereignis unverzüglich gemeldet werden muss, gilt für die andauernde gesundheitliche Beeinträchtigung als Folge eines Unfalls ein längerer Zeitraum, der regelmäßig bei 12 Monaten liegt. Wer diese Frist versäumt, verwirkt seinen Anspruch auf Leistungen aus der Unfallversicherung.

Schritt 3: Patientenverfügung

Ärztin im Karnkenhaus prüft die Patientenverfügung auf dem Tablet.

Schon oft gehört und trotzdem noch nicht aufgesetzt? Vor allem junge Menschen haben oft keine Patientenverfügung. Dabei hilft sie Ihren Verwanden in besonderen Notfällen. Denn nach deutschem Recht sind durch das Krankenhaus immer alle lebensverlängernden Maßnahmen einzuleiten.

Und das auch, wenn ärztlich bestätigt keine Chance mehr auf Leben besteht. Um die Entscheidung der lebensverlängernden Maßnahmen treffen zu dürfen, benötigen Ihre Lieben eine sogenannte Patientenverfügung. So wahren Sie Ihr Selbstbestimmungsrecht, auch im Hinblick auf eine Organentnahme.

Haben Sie schon einmal über die Absicherung einer eventuell eintretenden Pflege nachgedacht? Eine Pflegeversicherung kann hohe Kosten abdecken. Mehr dazu finden Sie hier.

Schritt 4: Daten auf Smartphone und Laptop

Älterer Herr prüft seine Passwörter und Daten auf Smartphone und Laptop.

Viele Menschen tragen in ihrem Smartphone nicht nur Bilder und Chats ihres halben Lebens mit sich, sondern auch Daten, die für niemand anderes bestimmt sind. Geheime Daten sollten daher besonders bedacht werden. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Apps oder Tresoren, welche entweder auf Ihrem Smartphone vorinstalliert sind oder heruntergeladen werden können.

Solche Tresore werden mit einem sogenannten Masterpasswort geöffnet. Wer das Passwort kennt, kommt somit auch an Ihre weiteren Daten. Zur Vorbereitung Ihres Nachlasses können Sie einen Brief mit dem Passwort beim Notar hinterlegen oder Sie teilen das Passwort einem engen Vertrauten mit Hinweis auf Geheimhaltung mit.

Schritt 5: Ihre Kontakte

Junge Frau telefoniert mit einer Freundin.

Wer soll im Falle des Todes kontaktiert werden? Gibt es Freunde, die keinen Kontakt zum Rest Ihrer Bekannten oder Verwandten haben und somit nicht rechtzeitig von Ihrer Beerdigung erfahren würden?

Sollte Ihr Smartphone, in dem all Ihre Kontakte gespeichert sind, mit einem Fingerscan oder Code gesichert sein, kann es für die Hinterbliebenen schwierig werden, auf die Nummern Ihrer Freunde zuzugreifen. Fertigen Sie eine Liste derer an, die kontaktiert werden sollen und legen Sie diese Liste in Ihr Stammbuch.

Oder hinterlegen Sie den Code zum Entsperren Ihres Smartphones respektive Ihre Passwörter zu den entsprechenden Clouds in Ihr Stammbuch. Wo dieses gefunden werden kann, sollten Sie nur Ihren Angehörigen mitteilen. In Ihrem Stammbuch befinden sich die wichtigsten Unterlagen wie Geburts- oder Heiratsurkunde. Auch diese sind wichtig für die Eröffnung des Nachlasses.

Schritt 6: Benutzernamen und Passwörter

Junge Frau plant ihren Nachlass.

Setzen Sie eine Liste Ihrer digitalen Identität auf: Hierzu zählen alle Plattformen, Clouds, Benutzernamen, Passwörter und Mitgliedschaften. Unterteilen Sie diese Liste in die Bereiche „kostenpflichtige und kostenlosen Plattformen“.

Kostenpflichtige Abos und Mitgliedschaften sollten zeitnah gekündigt werden. Die Bereinigung der digitalen Spuren im Web gehört zu den mittelfristigen Aufgaben. Empfehlenswert ist es, jeweils die URL aufzuschreiben, den Benutzernamen und das dazu gehörige Passwort.

Schritt 7: Testament

Ältere Dame schreibt ihr Testament.

Viele Menschen stellen sich die Frage: Brauche ich überhaupt ein Testament? Natürlich ist es nicht zwingend. Doch sobald Ihr Nachlass auf mehrere Erben aufgeteilt werden soll, kann dies in einem Testament schriftlich geregelt werden.

Der Idealfall besteht darin, mit seinen möglichen Erben zu sprechen. Klären Sie zu Lebzeiten im gemeinsamen Gespräch, was Ihnen im Todesfall wichtig ist. Sofern das Testament nicht bei einem Notar hinterlegt wird, muss es handschriftlich verfasst und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen sein.

Schritt 8: Wünsche

Pusteblume im Wind steht für Wünsch dir was.

Es gibt Schöneres, als sich seine eigene Beerdigung vorzustellen. Doch vielleicht haben Sie konkrete Vorstellungen, zum Beispiel ein besonderes Lied welches zur Trauerfeier gespielt werden soll?

Ein Bestatter wird unter anderem folgende Fragen an Ihre Angehörigen haben:

  • Ist eine Erd-, Feuer- oder Seebestattung gewünscht?
  • Welche Grab-Variante soll gewählt werden?
  • Welche Bereiche in Ihrer Biografie sollen in der Trauerrede enthalten sein?
  • Gibt es ein oder mehrere Lieder, Blumenschmuck oder vorzutragende Texte, die Sie sich wünschen?

Jedes Detail, das Sie aufschreiben, kann Ihren Angehörigen eine Hilfe sein. Denn auch bei der Bestattung kommt es häufig zu Streitfällen oder unnötigen finanziellen Belastungen für Hinterbliebene.

Die Kosten für die Beisetzung können entweder durch eine Sterbegeld-Versicherung abgedeckt werden oder durch die Festsetzung eines dafür vorgesehenen Betrages im Testament.

Wir sind Ihr Ansprechpartner

Haben Sie Fragen zu Ihrer finanziellen Absicherung oder zur Regelung Ihres Nachlasses? Gern beraten wir Sie. Auch die Einrichtung Ihrer eigenen Stiftung kann eine gute Nachlass-Lösung sein. Sie erreichen uns unter 05661 7070.

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