Mitarbeiter im Ehrenamt

Immer im Dienst für den Karnevalsverein

Ehrenamt ist einfach.

Wussten Sie, dass rund 14,89 Millionen Menschen in Deutschland in einem Ehrenamt aktiv sind? Das geht aus Umfragewerten der Plattform Statista hervor. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse Schwalm-Eder engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Heute im Interview: Lisa Roczniewski.

720 Stunden für den karnevalistischen Tanzsport

Sie sind ehrenamtlich beim Carneval Club Besse tätig. Auf welche Weise engagieren Sie sich dort?

 

Lisa Roczniewski als Tanzmariechen auf der Bühne

Tatsächliche übe ich gleich mehrere Funktionen aus. Seit 1998 habe ich aktiv als Einzelmariechen sowie später zusätzlich in der Prinzengarde getanzt. 2013 habe ich nach 15 Jahren als Mariechen aufgehört und zwei Jahre später auch in der Garde. Bereits seit 2010 trainiere ich die Juniorengarde des Carneval Club Besse.

Seit mittlerweile fünf Jahren bin ich neben meinem Dasein als Gardetrainerin auch zuständig für die Social-Media-Kanäle des CCB: Facebook und Instagram.

 

Zusätzlich bin ich seit zwei Jahren Gardebetreuerin und somit erste Ansprechpartnerin für die anderen Gardetrainerinnen in unserem Verein. Seit dieser Saison trainiere ich außerdem ein neues Jugend-Einzelmariechen.

Auf der Bühne bin ich ebenfalls aktiv. In den letzten Jahren habe ich unter anderem bei der Playback-Gruppe den „Ü-Eiern“, bei „Pisswitzig“ und bei „Weckewerk“ mitgewirkt. Das sind unsere Comedy- und Showgruppen. Für die neue Session hat es mich noch einmal zurück in die Prinzengarde getrieben, bei welcher ich im Schautanz mittanzen werde.

Welchen zeitlichen Aufwand nimmt Ihre Tätigkeit ein?

Den größten zeitlichen Aufwand nimmt der Trainerjob ein. Wir trainieren mit unserer Garde zweimal pro Woche jeweils 90 Minuten. Trainiert wird übrigens das gesamte Jahr über. Nur die ersten drei bis vier Wochen nach Rosenmontag sind frei. So kommen wir auf ca. 80 Trainingseinheiten pro Jahr.

Dazu kommt noch die Trainingsvor- und -nachbereitung sowie weitere Trainingstage am Wochenende, Vereinssitzungen und natürlich die Auftritte. Der Trainerjob nimmt so rund 30 volle Tage pro Jahr – 720 Stunden – in Anspruch.

In der Prinzengarde trainiere ich zudem einmal die Woche für zwei Stunden. Das Einzelmariechen-Training nimmt 90 Minuten pro Woche in Anspruch. Die Social-Media-Aktivitäten erledige ich im Rahmen der diversen Trainings und Veranstaltungen.

Den Menschen Frohsinn und Freude bringen

Sie sind seit 26 Jahren, also seit Ihrem zweiten Lebensjahr, im Carneval Club Besse dabei. Worin liegt Ihre Motivation?

Meine Motivation liegt darin, andere Menschen glücklich zu machen und ihnen Freude zu bringen.

Schon von Klein auf bin ich mit dem „Virus Karnevalensis“ infiziert. Auch meine Eltern sind beide schon lange beim CCB aktiv: In der Weiberfastnacht, beim Elferrat, in der Bütt sowie in Tanz- und Showgruppen.

Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich als Tänzerin im Verein aktiv. Der karnevalistische Tanzsport hat mich von Anfang an gepackt und nie wieder losgelassen. Auf der Bühne zu stehen und dem Publikum zu präsentieren, was man in monatelanger Arbeit im Training gelernt hat, macht mich einfach sehr glücklich.

Lisa Roczniewski als Tanzmariechen in der Session '98/'99

Heute liegt meine Motivation darin, bei den jungen Tänzerinnen eben genau diese Leidenschaft zu wecken, sodass auch bei ihnen der Funke überspringt und sie unserem wunderbaren Sport verfallen.

Sie investieren viel Arbeit in Ihr Ehrenamt. Was gibt Ihnen die Tätigkeit zurück?

Es ist wie man sagt: Der Applaus ist der Lohn des Künstlers. Wenn ich die Menschen zum Lachen und Fröhlichsein bringen kann, wenn ich mit meinem Tanz Emotionen erwecken kann, dann gibt mir das unglaublich viel zurück.

Ebenso, wenn gestandene Vereinsmitglieder, wie unsere Vorstandsvorsitzenden, Präsidenten und ehemaligen Gardetrainer, auf mich zu kommen und sagen: „Euer Tanz ist klasse.“

Als Trainer steckt man unglaublich viel Herzblut in seine Gruppe. Ich will da gar nichts beschönigen – der Job ist nicht einfach. Man muss sich mit vielen „Problemchen“ herumschlagen. Zum Beispiel geringen Anwesenheitsquoten im Training oder Unkonzentriertheit der Tänzerinnen.

Doch in dem Moment, wenn diese auf der Bühne strahlen und das umsetzen, was man ihnen wochenlang beigebracht hat, dann weiß man wieder, wofür man das alles macht.

Wichtige Werte für die Zukunft der Kinder

Welchen Mehrwert bietet der Gardetanz den Kindern und Jugendlichen in der Region?

Oftmals wird der Gardetanz ja als „Hüpferei“ an Karneval betrachtet. Dabei ist er ein ernst zu nehmender Leistungssport.

Durch das wöchentliche Training lernen die Kinder unglaublich viel für ihr späteres Leben: Disziplin, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und Teamfähigkeit, außerdem Mut und Selbstbewusstsein. Schließlich tanzen sie an Karneval vor über 600 Besuchern.

Ein Sport, vor allem ein Teamsport wie der Gardetanz, bringt also richtig viel für die eigene Entwicklung. Mein Wunsch ist es, dass dies auch vom Umfeld der Kinder erkannt und geschätzt wird und Zeit für Hobbies auch neben der Schule bleibt.

Für mich war das Training während meiner Schulzeit immer eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Und so ist es auch heute noch. Im Training bekomme ich den Kopf frei von Alltags- und Berufsstress und kann mich voll auf mein Lieblingshobby konzentrieren.

Wie alt sollten Interessenten sein, um beim Karneval mitzumachen?

Ab fünf Jahren kann man bei uns im Verein aktiv mitmachen. In diesem Alter gibt es bei uns die „Faschingszwerge“. Hier werden die Kinder bereits an erste, leichte Tanzschritte herangeführt und dürfen an Kinderkarneval vor 600 Leuten auf der Bühne stehen.

 

Karneval beim CCB in Besse

Ab sechs Jahren können Jungen wie Mädchen bei unserem Kinderelferrat mitwirken. Ganz wie die Großen bekommen sie eine Elferratsmütze und sitzen während des Kinderprogramms auf der Bühne. Hier kann sich jeder mit seinem Talent beteiligen: Ob Gesang, Tanz oder Comedy.

Unsere Tanzgarden beginnen dann ab dem Alter von sieben Jahren mit dem Eintritt in die Grundschule. Sobald man in die weiterführende Schule wechselt, geht es von der Jugend- in die Juniorengarde und mit 16 Jahren dann schließlich in die Prinzengarde.

Und auch für Erwachsene hat der Carneval Club Besse viel zu bieten: Tanz, Gesang, Comedy. Auch unser Weiber- sowie Männerelferrat freut sich über jedes neue Mitglied.

Das Highlight: Einmal Prinzessin sein

Welche einprägsamen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer langjährigen Tätigkeit?

Sehr bedeutend war für mich die Karnevalssession 2016/2017. Diese durfte ich gemeinsam mit meinem Mann als Prinzenpaar anführen. Als Karnevalskind habe ich natürlich schon immer davon geträumt, einmal die Prinzessin im Verein zu sein.

Dass der Traum dann in Erfüllung ging, war für mich einfach unbeschreiblich. Das Jahr als Prinzenpaar ist geprägt von unzähligen wunderschönen Erinnerungen. Eine besondere hervorzuheben, fällt mir daher sehr schwer.

Besonders emotional war der 11.11.2016. Bei uns wird am 11.11. klassischerweise das Prinzenpaar vorgestellt. Bis dahin ist dieses das am Besten gehütete Geheimnis in Besse.

Selbstverständlich war ich den gesamten Tag ziemlich aufgeregt. Als wir dann endlich gegen 21:30 Uhr ins Amt gehoben wurden, kam ich aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus. Dieser Moment hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt.

Inthronisierung als Besser Prinzenpaar im Jahr 2016

Neben Ihrem Engagement für den Verein schreiben Sie auch privat einen Blog rund um den karnevalistischen Tanzsport. Wie kam es dazu und wie wird dieser angenommen?

Im Grunde hat mich mein Mann auf die Idee gebracht. Da das Gardetraining solch einen hohen Stellenwert für mich hat, habe ich mich natürlich auch oft mit ihm über meine Herausforderungen mit der Garde, den Eltern und meinem Job als Trainerin unterhalten.

Seine Idee war es, dass sicherlich auch andere Gardetrainer ähnliche Themen kennen. Eine Plattform, auf der man sich austauschen und gegenseitig Tipps geben kann, wäre daher sicher nicht verkehrt.

So kam es, dass ich 2015 meinen ersten Blogartikel veröffentlichte. Ursprünglich war der Blog auf das allgemeine Thema „Tanzen“ ausgelegt. In den letzten Jahren hat sich aber der klare Fokus auf den Gardetanz mit Trainern und Tanzmariechen als Zielgruppe etabliert.

Mittlerweile habe ich rund 1.000 Besucher pro Monat. Dazu kommen noch einige Fans und Follower bei Facebook und Instagram.

Vor allem das positive Feedback von anderen Trainern und Vereinen freut mich sehr und motiviert mich, auch hier am Ball zu bleiben.

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Lisa Schelke

Lisa Roczniewski

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