Jahresausblick

Das kommt 2020

Jahresausblick: Das kommt 2020

Die wichtigsten Neuerungen 2020 in unserem Jahresausblick

Wenn an Sil­vester mit knallenden Raketen das neue Jahr begrüßt wird, scheinen Themen wie Beitrags­sätze, Mindest­lohn und Teilzeit­arbeit für die meisten weit entfernt.

Pünktlich zum Stichtag 1. Januar 2020 gelten aber in einigen Bereichen veränderte Spiel­regeln, die auch für Sie bares Geld bedeuten können. Informieren Sie sich hier im Jahresausblick über die wichtigsten Reformen.

Bessere Konditionen für Familien

Zum 1. Januar 2020 erhöht sich der Kinder­zuschlag. So werden einkommens­schwache Familien unter­stützt. Er liegt ab 2020 bei 185 Euro, wobei die oberen Einkommens­grenzen weg­fallen. Das Einkommen wird außerdem nur noch zu 45 Prozent an­gerechnet, wenn es über den eigenen Bedarf hinaus­geht.

Darüber hinaus wird zum 1. Januar 2020 der Kinder­frei­betrag um 192 Euro auf 5.172 Euro je Kind erhöht.

Aktuelles im Bereich Arbeit

Der Mindest­lohn steigt ab dem 1. Januar von aktuell 9,19 Euro auf 9,35 Euro. Zudem erhalten Empfänger von Sozial­hilfe oder Arbeits­losen­geld II zu Jahres­beginn 1,88 Prozent mehr Geld. Für allein­stehende Erwachsene steigt der Betrag dadurch beispiels­weise um acht Euro auf 432 Euro im Monat.

Wer im neuen Jahr eine Aus­bildung anfängt, soll eine Mindest­ver­gütung von 515 Euro im ersten Lehr­jahr erhalten. Diese Ver­gütung soll in den kommenden Jahren weiter steigen: 2021 auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und 2023 auf 620 Euro. Zudem steigt die Mindest­vergütung für Aus­zu­bildende je Lehr­jahr an: Im zweiten Jahr sind es 18 Prozent mehr, im dritten 35 Prozent und im vierten 40 Prozent. Das höhere Ausbildungs­wesen wird insgesamt reformiert. Der „Wildwuchs an Berufs­bezeichnungen“ soll unterbunden werden, stattdessen sollen Abschlüsse wie „Berufs­spezialistIn“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ eingeführt werden. Das Berufs­bildungs­gesetz wurde vom Bundes­tag bereits bewilligt, muss allerdings noch vom Bundes­rat gebilligt werden.

Reform der Gesundheits- und Pflegeberufe

Bislang waren die Ausbildungen in Alten­pflege, Gesundheits- und Kranken­pflege sowie Gesundheits- und Kinder­kranken­pflege eigen­ständig. Ab 2020 werden diese Berufe in einer generalisierten Ausbildung zur “Pflegefachfrau” oder zum “Pflegefachmann” erlernt, wobei zwischen vier Vertiefungs­richtungen gewählt werden kann.

Mehr Geld für die Alters­vorsorge

Die Beitrags­bemessungs­grenze für die gesetzliche Renten­versicherung steigt auf 82.800 Euro (West) beziehungs­weise 77.400 Euro (Ost). Damit kann auch mehr Geld für die betrieb­liche Alters­vorsorge einge­setzt werden.

Denn bis zu vier Prozent der Beitrags­bemessungs­grenze (also 276 Euro monatlich) können ohne Abzug von Sozial­abgaben und bis zu acht Prozent (552 Euro monatlich) ohne Abzug von Steuern in eine Direkt­versicherung, Pensions­kasse oder einen Pensions­fonds investiert werden.

Beiträge zu einer Basis-Rente können als Sonder­ausgaben vom zu ver­steuernden Ein­kommen abgezogen werden – gemeinsam mit jenen zur gesetzlichen Renten­versicherung. Der dazu mögliche Betrag steigt ab Januar 2020 auf voraussichtlich 25.046 Euro (bzw. 50.092 Euro bei Verheirateten). Allerdings sind 90 Prozent davon ansetzbar (im Vorjahr: 88 Prozent). Konkret bedeutet das: Von Beiträgen in Höhe von 25.046 Euro, die maximal gefördert werden können, sind rund 22.541 Euro (45.082 Euro für Verheiratete bei Beiträgen in Höhe von 50.092 Euro) steuerlich ansetzbar. Die Grenze steigt weiter an – bis im Jahr 2025 der Maximal­betrag komplett steuerlich geltend gemacht werden kann.

Mehr Arbeits­losen­geld

Empfänger von Arbeits­losen­geld II, Sozialhilfe, Grund­sicherung im Alter beziehungs­weise bei Erwerbs­minderung bekommen ab 1. Januar 2020 mehr Geld. Dabei wird nicht nur Erwachsenen 1,88 Prozent mehr ausgezahlt – auch Kinder und Jugend­liche be­kommen mehr. Der Regel­betrag steigt zwischen fünf und acht Euro pro Monat.

Steuer­ver­günstigungen für Berufs­tätige und Ehren­amtliche

Berufs­tätige, die auswärts unterwegs sind, können höhere Ver­pflegungs­kosten steuer­lich geltend machen. Bei mehr als acht Abwesen­heiten soll die Pauschale von 12 auf 14 Euro steigen, bei 24 Stunden auf 28 Euro, für die An- und Abreise­tage bei mehr­tägigen Reisen auf 14 Euro. Berufs­kraftfahrer und andere Arbeit­nehmer, die mehr­tägig unter­wegs sind und dabei in ihrem Auto über­nachten, können eine Pauschale von acht Euro pro Tag geltend machen.

Wer sich ehren­amtlich engagiert, könnte 2020 von einer höheren Steuer­pauschale profitieren. Übungs­leiter könnten dann 3.000 statt 2.400 Euro, andere Ehren­amtliche wie Kassen­warte oder Schrift­führer in Vereinen, 840 statt 720 Euro für Auf­wendungen im Rahmen ihrer ehren­amtlichen Tätig­keit (wie Fahrt­kosten) steuerlich geltend machen.

Wissens­wertes für den Alltag

Höhere Bußgelder im Straßenverkehr

Die Bundes­regierung hat höhere Buß­gelder ab 2020 für sich rücksichts­los und/oder gefährdend verhaltende Verkehrs­teilnehmer beschlossen. Fahrer, die sich nicht an die Straßen­verkehrs­ordnung (StVO) halten, müssen unter anderem mit höheren Buß­geldern bei Verstößen beim nicht ordnungs­gemäßen Parken und Halten rechnen.

Vorhersagen auf El-Niño-Ereignisse

Das Wetter­phänomen El Niño wird nach Einschätzung von Forschern höchst­wahrscheinlich Ende 2020 in der Pazifik­region wieder auftreten. Die Prognose beruht laut einer Mit­teilung der Universität Gießen auf einem Algorithmus, mit dem die Luft­temperaturen im Pazifik­raum analysiert werden. Damit sei eine Vorhersage deutlich früher möglich.

Bereits die beiden letzten El-Niño-Ereignisse hätten mit längerem Vorlauf korrekt prognostiziert werden können und auch jetzt sind die Zahlen eindeutig: El Niño kommt demnach mit einer Wahrscheinlich­keit von 80 Prozent.

Höhere EEG-Umlage: Steigende Strompreise möglich

Die Erhöhung der EEG-Umlage von 6,405 Cent pro Kilo­watt­stunde auf 6,756 Cent pro Kilo­watt­stunde belastet einen Muster­haus­halt mit 5.000 kWh Strom­verbrauch im kommenden Jahr um zusätzlich 18 Euro. Die Netz­entgelte steigen 2020 bundes­weit um durch­schnittlich fünf Prozent, was für den Muster­haushalt zusätzliche Kosten von 21 Euro pro Jahr bedeutet.

Besonders deutlich steigen die Netz­entgelte im Vergleich der 25 größten deutschen Städte in Wuppertal (+12 Prozent), Bonn (+11 Prozent), Stuttgart, Hamburg und Essen (jeweils +9 Prozent). Hier geht es zur Liste der Netz­entgelte nach Groß­städten und Bundes­ländern.

Intelligente Stromzähler

Neu ab 2020 ist eine Pflicht für Haushalte mit einem jährlichen Strom­verbrauch von mehr als 6.000 kWh: Hier muss ein sogenanntes intelligentes Mess­system eingebaut werden. Dieses erfasst nicht nur den Verbrauch, sondern übermittelt die Daten auch digital an den Strom­versorger und den Netzbetreiber.

Ermäßigte Mehrwertsteuer auf Bahntickets, E-Books und Tampons

Der ermäßigte Steuer­satz gilt aktuell unter anderem für Lebens­mittel, Kultur und für Dinge des „täglichen Bedarfs“. Ab 2020 soll für weitere Produkte, die immer wieder aufgrund ihres höheren Mehr­steuer­satzes in der Kritik standen, der ermäßigte Steuersatz gelten.

Dies gilt für Tampons, Binden und Co sowie für E-Book und Bahntickets – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundes­rats. Inwieweit die Senkung den End­verbrauchern zu Gute kommt, bleibt abzuwarten.

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Lisa Schelke

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Online Marketing Managerin

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