Mitarbeiter im Ehrenamt

Immer im Einsatz für die Feuerwehr

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Michael von Bredow im Interview

Sie sind ehrenamtlich bei der Feuerwehr tätig. Welche Funktion haben Sie inne und welche Aufgaben gehören dazu?

Ich bin Kreisbrandmeister im Schwalm-Eder-Kreis und verantwortlich für die sogenannte Brandschutzaufsicht im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis, in den Kommunen Niedenstein, Edermünde, Gudensberg, Fritzlar und Wabern. Außerdem bin ich mitverantwortlich für die Grund- und Truppführerausbildung, für die Ausbildung und Führung des Katastrophenschutzstabes des Landkreises sowie der Führungsgruppe „Technische Einsatzleitung“. Weiterhin bin ich stellvertretender Verbandsvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Fritzlar-Homberg.

Worin liegen die Unterschiede zwischen Ihrer Tätigkeit und der allgemeinen, welche jeder von uns der Feuerwehr zuordnet?

Ich glaube, da gibt es gar nicht so viele Unterschiede. Ich bin neben meinen eben erwähnten Tätigkeiten selbstverständlich auch noch normales Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Niedenstein. Ich gehe hier wie alle anderen in den Einsatz, wenn es zu einem Schadenfall in Niedenstein kommt. In meiner Funktion als Kreisbrandmeister liegt mein Schwerpunkt in der Führungsarbeit – dafür zu sorgen, dass Einsätze gut ablaufen, wir schnell und effizient Hilfe leisten können und möglichst niemand zu Schaden kommt. Meine Tätigkeit im Bereich der Ausbildung macht mir generell sehr viel Spaß.

Welcher zeitliche Aufwand nimmt Ihre Tätigkeit ein?

Wenn ich alle Tätigkeiten in der Feuerwehr Niedenstein, als Kreisbrandmeister und als stellvertretender Verbandsvorsitzender zusammen nehme, kommen da rund 250 – 300 Stunden pro Jahr zusammen – dies sind im Durchschnitt 5 bis 6 Stunden pro Woche.

Freundschaft, Gemeinschaft und Dankbarkeit

Sie sind seit 37 Jahren dabei. Worin liegt Ihre Motivation?

Angefangen habe ich 1980 in der Jugendfeuerwehr in Niedenstein. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass mir die Arbeit in der Feuerwehr viel Spaß macht und die Teamarbeit sowie die Kameradschaft mich sehr prägen. Ich habe schon früh gern Verantwortung übernommen und habe dabei in den Jahren auch viel lernen können. Die Feuerwehr ist die älteste Solidargemeinschaft in unserer Gesellschaft. Früher war es in einer Gemeinschaft selbstverständlich, dass jeder dem Anderen geholfen hat, wenn dieser in eine Notlage gekommen ist. Das ist auch heute noch meine Motivation.

War die Berufsfeuerwehr je ein Thema für Sie?

Nein, eigentlich nie. Feuerwehr war für mich immer ein Hobby und ein schöner Ausgleich für meinen eigentlichen Beruf.

Michael von Bredow in Feuerwehruniform.

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, ein Feuerwehrmann zu werden und kennen Sie „Feuerwehrmann Sam“?

Ich war „schon“ 13 Jahre alt, als ich 1980 in die Jugendfeuerwehr eingetreten bin. Dafür war eher mein Freundeskreis, als der „Feuerwehrmann Sam“ verantwortlich.

Sie investieren viel Arbeit in Ihr Ehrenamt. Was gibt Ihnen diese Tätigkeit zurück?

Freundschaft, Gemeinschaft und Dankbarkeit. Anderen in der Not helfen zu können, ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl.

Feuerwehr heißt Gemeinschaft

Immer wieder liest man von Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr. Nennen Sie uns eine spannende Erfahrung oder Aktivität, die jeden von uns erwarten würde, wenn wir Interesse an einer Mitgliedschaft hätten.

Wer einmal in der Situation war, einem anderen Menschen in einer Notlage helfen zu können, weiß was die Arbeit in der Feuerwehr ausmacht. Natürlich sind die Aufgaben in der Feuerwehr auch spannend – dahinter steckt aber viel gute Ausbildung und harte Arbeit. Das Einsatzspektrum hat sich enorm verändert, daher müssen wir uns auch in der Feuerwehr ständig weiter entwickeln. Dazu bedarf es einer kontinuierlichen und guten Ausbildung, um in allen Situationen professionell Hilfe leisten zu können. Wer Spaß an Teamarbeit hat, gern mit anderen Menschen gemeinsam etwas erreicht und Verantwortung dafür übernehmen will oder möchte, dass niemand in unserer Nachbarschaft allein ist, wenn er Hilfe braucht, sollte unbedingt zur Feuerwehr gehen.

Gab es eine heikle Situation, an die Sie sich heute noch oft zurückerinnern?

Natürlich gibt es bei der Arbeit in der Feuerwehr auch heikle und schwierige Situationen. Für mich ist es immer besonders bedrückend, wenn Menschen zu Schaden kommen, weil wir eben nicht mehr helfen konnten. Insbesondere bei der technischen Hilfeleistung im Straßenverkehr erleben wir diese Situationen leider sehr häufig. Meine persönlich schwierigste Situation habe ich in der Zeit erlebt, als ich in Niedenstein Stadtbrandinspektor war. Bei einem Einsatz ist eines unserer Feuerwehrfahrzeuge verunfallt und dabei wurde mein Stellvertreter schwerstverletzt. Wenn eigene Kameraden im Einsatz zu Schaden kommen ist es für alle Feuerwehrangehörigen sicher eine der größten Belastungen.

Welche gesellschaftliche Relevanz haben die Feuerwehren abseits jener Aufgaben wie zum Beispiel Feuer zu löschen?

Wir leben in einer ländlich geprägten Region mit vielen kleinen und mittleren Orten und Städten. Neben den öffentlich-rechtlichen Aufgaben, die Feuerwehren übernehmen, ist in vielen Gemeinden der Feuerwehrverein ein ganz wichtiger Faktor in der Gemeinschaft. Viele Veranstaltungen und Feste sind nicht denkbar oder realisierbar, wenn es keinen Feuerwehrverein gibt. Auch wird viel Arbeit für die Lebensqualität in unserer Region geleistet.

Vielen Dank, Herr von Bredow, für das Interview.

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