Mitarbeiter im Ehrenamt

Im Dienst für Kinder in Afrika

Alexander Schmidt im Interview

Sie egagieren sich ehrenamtlich beim Städtepartnerschaftsverein Melsungen. Welche Funktion haben Sie inne und welche Aufgaben gehören dazu?

Ich bin Städtebeauftragter für Melsungens Partnerstadt Koudougou in Burkina Faso (Westafrika). In dieser Funktion engagiere ich mich innerhalb eines Teams für verschiedene Projekte in unserer Partnerstadt. Den größten Raum nimmt hierbei die Betreuung der Kinderpatenschaften ein. Dank regelmäßiger Spenden von Paten, größtenteils aus unserer Region, erhalten die etwas 350 Patenkinder und deren Familien eine große Unterstützung.

Der Städtepartnerschaftsverein bietet diese Patenschaften für Kinder an. Worum geht es dabei? Suchen Sie derzeit neue Paten?

Das Ziel der Patenschaften besteht im Wesentlichen darin, den unterstützten Kindern den kostenpflichtigen Besuch der Schule und anschließend eine ebenfalls kostenpflichtige Ausbildung zu ermöglichen. Auf Grund der Lebensumstände und der Einkommensverhältnisse in einem der ärmsten Länder der Welt gibt es in vielen Familien – insbesondere aus dem landwirtschaftlich geprägten Umfeld – Bedarf für die Unterstützung durch eine Patenschaft. Daher liegen uns immer Anträge auf die Übernahme einer neuen Patenschaft vor.

Interessierte, die sich nicht langfristig – also für die Dauer einer gesamten Schul- und Berufsausbildung – binden möchten, haben darüber hinaus die Möglichkeit, unsere Arbeit mit regelmäßigen oder auch einmaligen Spenden zu unterstützen. Diese nicht an eine konkrete Patenschaft gebundenen Spenden können beispielsweise zur Finanzierung eines weiterführenden Studiums oder einer qualifizierten Berufsausbildung älterer Patenkinder verwendet werden, da für diese Bildungswege oft höhere Kosten anfallen, die durch die regulären Spendenbeiträge nicht gedeckt werden.

Welchen zeitlichen Aufwand nimmt Ihre Tätigkeit ein?

Das ist recht unterschiedlich. Insbesondere in der Vorbereitungszeit auf die halbjährlich stattfindenden Auszahlungstermine in Koudougou, bei denen die Spendenbeiträge an die Patenkinder ausgezahlt werden, stehen nahezu täglich Aufgaben an. Durchschnittlich sind es sicherlich etwa acht Stunden pro Woche.

 

Haribo macht Kinder froh - auch in Afrika.

Im Einsatz für Ausbildung und Studium

Sie sind seit fast sechs Jahren mit Leidenschaft dabei. Worin liegt Ihre Motivation?

Die ursprüngliche Motivation für mein Engagement im Städtepartnerschaftsverein entstand während meines ersten Besuchs in Koudougou im Dezember 2010, bei dem ich als Teil einer Delegation aus Melsungen an der offiziellen Verschwisterungsfeier der beiden Städte teilnehmen konnte. Im Laufe der Jahre und der inzwischen fünf weiteren Besuche in Afrika entstand durch den direkten Kontakt zu den Patenkindern und deren Familien vor Ort eine Bindung und die Gewissheit, dass die Unterstützung direkt ankommt und etwas bewirkt, indem den Patenkindern eine Ausbildung und damit die Sicherung des Lebensunterhalts ermöglicht wird.

Gerade in den vergangenen zwei Jahren konnten viele Patenschaften mit einem erfolgreichen Abschluss von Ausbildung oder Studium beendet werden. Diese positiven Beispiele motivieren ebenso wie die gute Zusammenarbeit mit dem Team des Patenschaftskomitees in Koudougou, welches die Betreuung vor Ort übernommen hat. Hierdurch entstehen auch interessante Kontakte und Eindrücke, die ansonsten kaum zustande kommen würden.

Welche Besonderheiten machen den Städtepartnerschaftsverein Melsungen aus, die ihn von den großen Organisationen abgrenzen?

Durch die Städtepartnerschaft zwischen Koudougou und Melsungen findet das Ganze in einem kleineren, aber eben auch persönlicheren Rahmen statt. Zudem ist der Anteil für Verwaltungsausgaben recht gering: Von dem regulären, jährlichen Spendenbeitrag für eine Patenschaft in Höhe von 170,00 Euro kommen 160,00 Euro dem Patenkind in Afrika direkt oder indirekt (über das Angebot eines jährlichen Gesundheitschecks, bzw. in akuten Fällen auch der medizinischen Versorgung) zu Gute.

Die persönliche Betreuung vor Ort klingt spannend und gleichzeitig arbeitsreich. Wie kann ich mir den Alltag eines Vereinsmitglieds vorstellen und wie sah Ihre persönliche Arbeit vor Ort bislang aus?

Während unserer Besuche organisieren wir gemeinsam mit dem Patenschaftskomitee in Koudougou Gesprächstermine mit Patenkindern und deren Familien. Dabei geht es beispielsweise um den aktuellen Stand der Ausbildung. Auch Probleme können im Rahmen dieser Gespräche thematisiert werden. Gemeinsam mit dem Team vor Ort und in Abstimmung mit den Paten kann dann nach einer Lösung gesucht werden.

Zudem nutzen wir den Aufenthalt in Koudougou, um uns über die Projekte zu informieren, die neben den Patenschaften ebenfalls Unterstützung erhalten.

Ein Huhn als Geschenk – Ehrenamt in Afrika

Sie investieren viel Arbeit in Ihr Ehrenamt. Was gibt Ihnen diese Tätigkeit zurück?

Es sind in erster Linie die Eindrücke und Begegnungen, beziehungsweise die Zusammenarbeit mit Menschen, die man (selbst wenn man in dieses touristisch kaum erschlossene Land reisen würde) so vermutlich nicht erleben könnte. Gelegentlich kann es auch vorkommen, dass man zum Dank für die geleistete Arbeit ein Huhn geschenkt bekommt.

 

Alexander Schmidt mit seinem Geschenk: Einem Huhn. Auch das ist Ehrenamt.

Gibt es neben Ihrer beschriebenen Tätigkeit aktuelle Projekte, von denen Sie uns berichten können?

Neben den Kinderpatenschaften werden regelmäßig zwei Waisenhäuser in Koudougou durch Spenden unterstützt. Zu einem dieser Waisenhäuser gehört das sogenannte „Milchprojekt“. Familien mit Neugeborenen, deren Mütter verstorben sind oder solche, deren Mütter die Säuglinge nicht ausreichend ernähren können, erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten Milchpulver und weitere Hilfestellung bei der Versorgung der Kinder.

Ich würde mich selbst gerne für den Städtepartnerschaftsverein engagieren. Welche Voraussetzungen müsste ich mitbringen, um aktiv zu werden?

Potenzielle Unterstützer unserer Arbeit für Koudougou sollten idealerweise über passable Französischkenntnisse verfügen sowie eine gewisse Leidenschaft und Interesse für unsere Partnerstadt in Afrika und die dort von uns unterstützten Projekte mitbringen. Außerdem ist die Freude am Kontakt und an der Zusammenarbeit mit Menschen wünschenswert. Auch die Bereitschaft nach Burkina Faso zu reisen, sollte vorhanden sein. Im Regelfall steht jährlich ein Besuch in Koudougou während einem der Auszahlungstermine an.

Das klingt interessant. An wen kann ich mich wenden, um in Ihre Arbeit hinein zu schnuppern, ohne gleich eine Verpflichtung einzugehen?

Wir freuen uns sehr über Interessierte, die uns in unserer Arbeit unterstützen möchten. Für nähere Informationen und bei Fragen stehe ich gerne persönlich unter der Rufnummer 05661-2016 oder per E-Mail unter info@partnerschaftsverein-melsungen.de zur Verfügung.

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Christiane Laabs

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