Geld anlegen in der Niedrigzinsphase

Vier Fragen an den Chefanlagestrategen der Deka: Stefan Keitel

Geld anlegen in der Niedrigzinsphase
Chefanlagestratege der Deka Stefan: Keitel

Stefan Keitel ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Deka-Investment und Chefanlagestratege der Deka-Gruppe. Die Deka-Gruppe verwaltet per Ende 2018 rund 276 Mrd. Euro.

Sicherheit hat auch einen Preis

Herr Keitel, früher fragte man sich, wo bekomme ich die meisten Zinsen. Dieser Investitionsansatz scheint heute – aufgrund der Niedrigzinsphase – nicht mehr zu funktionieren. Was sollen Anleger tun?

Diese Aussage ist global betrachtet nur teilweise richtig. Bei der Sicht auf Europa haben Sie vollkommen Recht. Allerdings sollten Anleger immer auch einen Blick über den Tellerrand wagen. Denn: Es gibt sie noch, Zinsen für Erspartes. Allerdings nicht auf dem sicheren Sparbuch.

Wir rechnen damit, dass Anleger in Europa erst ab Mitte des kommenden Jahrzehnts mit einem zarten Erwachen des Sparzinses rechnen können.

Doch wie ist es dann um die Sicherheit der Einlage bestellt?

Sehen Sie, die Kundeneinlagen bei deutschen Banken sind bis zu einem Betrag von 100.000 Euro je Konto staatlich garantiert.

Im Kleingedruckten wurde jedoch vergessen zu erwähnen, dass jeder Zinssatz, der unterhalb der Inflationsrate liegt, mit einer realen Geldentwertung einhergeht.

Sie sehen also: Sicherheit hat auch einen Preis. Bei einem Einlagenzins von aktuell 0,1 Prozent pro Jahr und einer Inflationsrate von 1,7 Prozent (für Deutschland per Juli 2019) wird das Desaster der vermeintlich sicheren Geldanlage schnell deutlich.

Alternativen in der Niedrigzinsphase

Wie können sich Anleger vor dieser Realgeldentwertung schützen?

In erster Linie sollten Anleger umdenken und Alternativen zu Einlagen auf dem Sparbuch suchen. Sie werden schnell feststellen, dass der Weg an die Kapitalmärkte führt. Der Nachteil: Diese unterliegen regelmäßig Wertschwankungen. Ein Vorteil: Es gibt nicht nur fallende, sondern auch steigende Kursentwicklungen.

Auch wenn es sich im ersten Augenblick ungewohnt anfühlt, erscheinen Aktien und bestimmte Anleihen für die Aussicht auf eine positive Realverzinsung, also für einen Ertrag oberhalb der Inflationsrate, unausweichlich zu sein.

Das klingt aber recht kompliziert. Sind Aktien, Fonds und Wertpapiere überhaupt etwas für Otto-Normal-Sparer?

Gerade noch unerfahrene Anleger sollten nicht blindlings Aktien und andere Wertpapiere kaufen, sondern sich im Vorfeld ihrer Aktivitäten bei der Sparkasse beraten lassen. Auch Investmentfonds, also Anlagemöglichkeiten, die mehrere Wertpapiere unter einem Mantel umfassen und somit weniger stark schwanken können als einzelne Wertpapiere, können gerade für Börsen-Neulinge eine gute Einstiegsmöglichkeit an den Kapitalmärkten bieten.

Wichtig ist, dass der Investmentfonds sowohl zu der Anlegermentalität, zu den erwarteten Risikoneigungen und dem geplanten Anlagehorizont, also die Laufzeit, passen. Investmentfonds werden wiederum von Experten gesteuert, so dass Anleger auf einen Schlag in unterschiedlichen Anlageklassen, wie beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien in verschiedenen Regionen der Welt, also Amerika, Europa und oder Asien investieren können.

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Stand: 16. August 2019

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Autoreninfos

Lisa Schelke

Lisa Roczniewski

Online Marketing Managerin

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