Erste Hilfe in der Sparkasse

Prüfen, rufen, drücken

So klingt es aktuell aus einer Fernsehwerbung mit Kaya Yanar: „Jetzt kannst du den Tod konkret krass überlisten“, erzählt der Schauspieler und Comedian im Werbespot, der für die Woche der Wiederbelebung (18. bis 24. September 2017) gedreht wurde.

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Auch in der Kreissparkasse Schwalm-Eder ist das Thema brandaktuell. Vergangene Woche besuchten 25 Ersthelfer den zweijährigen Kurs zur Auffrischung ihrer Erste Hilfe Ausbildung. Mit viel Spaß und Engagement wurden die nötigen theoretischen und praktischen Fähigkeiten wieder ins Gedächtnis gerufen.

Erste Hilfe Momente beeindrucken

Besonders intensiv wurde es direkt zu Beginn des knapp siebenstündigen Schulungstages. Drei Kollegen berichteten über ihre Einsätze als Ersthelfer. Ob nun ein Fremder am Straßenrand, der eigene Nachbar oder ein Vereinskumpel: Die Erfahrungen gehen einem doch sehr Nahe.

Eine Kollegin berichtete von einem Mann, der ohne Bewusstsein und Atemaktivitäten am Straßenrand lag. Das krasse: Die anderen Autos fuhren einfach vorbei. Erst als unsere Kollegin ihren Wagen mitsamt Warnblinker provokativ am Straßenrand stehen lies, kamen weitere Helfer hinzu.

In solch einem Fall zählt wirklich jede Sekunde! Und jeder kann etwas tun. Ob nun den Notruf 110 absetzten oder andere Menschen um Hilfe bitten, besser als Nichtstun ist dies allemal.

Wissen auffrischen und erneuern

Dass zwei Jahre eine lange Zeit sind, merkten die Teilnehmer recht schnell. Vieles hatte sich in der Zwischenzeit schon verändert. Doch erstaunte auch, wie viel man doch unbewusst im Kopf behält.

Der Tag begann mit Gruppenübungen. An insgesamt vier Stationen wurden verschiedene Fallkonstellationen durchgespielt. Beispielsweise wie man einem bewusstlosen Motoradfahrer am Besten hilft oder wie der Kopfverband bei einer Platzwunde korrekt gewickelt wird.

Wichtig: Diese zwei lebenswichtigen Funktionen, auch Vitalkennzeichen genannt, sollten Sie zuerst prüfen, wenn Sie an eine Unfallstelle gelangen:

  1. Das Bewusstsein: Ist die Person ansprechbar? Kann sie ihren Namen nennen und weiß sie, welcher Tag heute ist?
  2. Der Atem: Atmet die Person? Überstrecken sie dazu den Kopf und öffnen Sie den Mund der Person leicht. Wenn Sie nun mit dem Ohr näher rangehen, müssten Sie Atemgeräusche vernehmen. Gleichzeitig können Sie beobachten, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.

Vielleicht kennen Sie noch eine dritte Funktion: Der Kreislauf. Früher wurde hierzu der Puls des Patienten geprüft. Da diese Kontrolle jedoch sehr fehleranfällig ist, reicht es, wenn Ersthelfer sich auf die zwei oben genannten Vitalkennzeichen stützen. Eine fehlende, normale Atmung ist dabei schon der Startschuss für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Praktische Übungen für die Erste Hilfe

Kurz vor Mittag ging es dann richtig los. An Puppen wurde die Herz-Lungen-Wiederbelebung aktiv geübt. 30 Herzdruckmassagen (Kompressionen des Brustkorbs) gefolgt von zwei Atemstößen standen auf dem Programm. Dies galt es zwei Minuten lang durchzuhalten. Dabei kamen unsere Ersthelfer schon ganz schön ins Schwitzen.

Im Echtfall dauert es ca. 10 Minuten, bis der Notarzt oder Krankenwagen an der Unfallstelle eintrifft. Daher gilt: Je mehr Helfer vor Ort sind, desto besser. So kann man sich bei der lebensrettenden Maßnahme abwechseln.

Eine Mitarbeiterin übt die Herzdruckmassage an einer Puppe

Auch geprobt wurde der Einsatz eines Defibrillators. Diese kleinen Lebensretter hängen mittlerweile an immer mehr öffentlichen Orten und sind für alle Helfer frei zugänglich. Dabei sollte man keine Scheu haben, diese zu nutzen. Die Geräte reden mit dem Helfer und erklären so Schritt für Schritt, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Fehler sind somit nahezu ausgeschlossen.

Selbstschutz geht vor!

Am Nachmittag gab es dann noch einige Filme mit anschaulichen Beispielen. Im Moment des Unfalls wurde der Film angehalten und die Teilnehmer sollten erklären, wie sie nun vorgehen würden. Oberste Priorität hat bei jedem Ersthelfereinsatz der Selbstschutz.

An einer Unfallstelle beispielsweise gilt es, den Warnblinker des Autos anzustellen, die Warnweste anzuziehen und das Warndreieck aufzustellen. Gut, wer hier noch weitere Helfer durch lautes Rufes anziehen kann.

Bevor man dem Patienten hilft: Handschuhe anziehen! Unser Top-Tipp: Ein oder zwei paar Gummihandschuhe passen optimal in ein gelbes Überraschungs-Ei. Dieses lässt sich beispielsweise im Auto, in der Hand- und in der Jackentasche lagern.

Das Deutsche Rote Kreuz bietet zudem Schlüsselanhänger an, welche eine Atemmaske enthalten. Diese kann man dem Patienten überziehen und ihn so ohne Gefahr Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase beatmen.

Viele praktische Tipps zur Ersthilfe und aktuelle Kursangebote finden Sie auch auf der Webseite des Deutschen Roten Kreuz. Wir als Kreissparkasse Schwalm-Eder sind stolz darauf, so viele gut ausgebildete Ersthelfer im Unternehmen zu haben.

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Lisa Schelke

Lisa Schelke

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