Mitarbeiter im Ehrenamt

Engagement im Heimatverein Melsungen

Ehrenamt ist einfach

Wussten Sie, dass rund 14,89 Millionen Menschen in Deutschland in einem Ehrenamt aktiv sind? Das geht aus Umfragewerten der Plattform Statista hervor. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse Schwalm-Eder engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Anlass genug, Ihnen einmal die vielen unterschiedlichen Bereiche, Vereine und Ehrenämter vorzustellen.

Heinrich Ostheim im Interview

Sie sind ehrenamtlich im Heimat- und Verschönerungsverein Melsungen tätig. Welche Funktion haben Sie inne und welche Aufgaben gehören dazu?

Ich bin seit 1991 Mitglied des Vereins und habe 1 Jahr später gleich die Aufgabe des Kassenwarts übernommen, die mir von Anfang an einen guten Einblick in die Vereinstätigkeit verschafft hat. Seit 1999  durfte ich als Vorsitzender den Verein leiten. Damit kann ich in diesem Jahr quasi ein 25-jähriges Vorstandsjubiläum feiern, was mir erst durch dieses Interview bewusst geworden ist.

Außerdem bin ich bei der von Frau Barbara Braun-Lüdicke gemeinsam mit unserem Verein gegründeten Dr. Bernhard Braun-Stiftung des Heimat- und Verschönerungsvereins e.V. Melsungen tätig.

 

Welchen zeitlichen Rahmen nimmt Ihre Tätigkeit ein?

Da es keine regelmäßigen wiederkehrenden Aufgaben gibt, die täglich oder wöchentlich zu erledigen sind, ist das schwer zu sagen. Auf die Woche bezogen sind es vielleicht 1-3 Stunden.  Als unser Verein noch das Heimatfest in Melsungen ausgerichtet hat, waren in Spitzenzeiten 4 bis 5 Stunden nach der normalen Arbeitszeit keine Seltenheit, da wurden die Terminsachen bis in die Nacht erledigt.

26 Jahre für Melsungen

Sie sind seit 26 Jahren dabei. Worin liegt Ihre Motivation?

Melsungen habe ich eigentlich erst durch meinen Beruf kennengelernt. Die Stadt fand ich von Anfang an attraktiv und liebenswert. Die Menschen sind mir gegenüber freundlich und hilfsbereit, was ich durch meine berufliche Tätigkeit und privat oft erfahren habe. Um dies in gewisser Weise zurückzugeben, wollte ich etwas Nützliches für die Stadt und die Bürger tun und dabei auch gestalterisch etwas bewirken. Die Teamarbeit innerhalb des Vereins, die Freundschaften und die vielen schönen Kontakte, die sich dadurch gebildet haben, möchte ich heute nicht mehr missen.

 Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der Stadt Melsungen aus? Was muss beachtet werden und wie viel Mitspracherecht hat der Heimat- und Verschönerungsverein bei Projektideen?

Bei vielen Projekten, die wir entwickeln und umsetzen, ist Eigentum der Stadt betroffen, z. B. bei den Schutzhütten auf städtischen Grundstücken, dem Heimatmuseum oder zuletzt bei der Bartenwetzerbrücke. Deshalb hat die Stadt auch das entscheidende Votum dabei. Ich kann mich aber an kein Gespräch oder Situation erinnern, wo wir nicht mit den Gremien der Stadt das gleiche Ziel verfolgt haben. Unsere kollegiale Zusammenarbeit basiert immer auf ein hohes gegenseitiges Vertrauen. Der Weg, um das Ziel zu erreichen, ist manchmal unterschiedlich und ich bin auch manchmal bei größeren Projekten ungeduldig in der Umsetzung, aber das liegt sicher auch in meiner Person und den langen formellen Wegen, die einzuhalten sind. Seitens der städtischen Mitarbeiter habe ich immer außerordentlich viel Unterstützung erfahren, ohne die viele Dinge nicht möglich gewesen wären.

Achten Sie bei Ihren Verschönerungsideen auf die Bedürfnisse aller Zielgruppen? Gibt es beispielsweise gezielt Projekte für junge bzw. für ältere Menschen oder orientieren sich die Umsetzungen an allgemeinen Bedürfnissen wie zum Beispiel bei der Beleuchtung der Bartenwetzer Brücke? Worauf kommt es an? 

Aufgrund unserer Altersstruktur im Verein ist es leider schwierig jüngere Menschen anzusprechen, auch wenn wir natürlich darum bemüht sind. In unserer Wandergruppe z.B  ist eher die Generation der Rentner und Pensionäre vertreten. Das Heimatmuseum, das von uns betreut wird, steht jedermann zur Verfügung. Es werden auch spezielle Führung z.B. von Schulklassen oder Reisegruppen durchgeführt. Was unsere Projekte anbetrifft, sollen Sie möglichst allen Melsungern und ihren Gästen Freude bereiten oder Nutzen stiften. Bei unserer vorgenannten Stiftung achten wir darauf, dass möglichst alle Generationen unterstützt werden. Ich denke dabei an die Anschaffung von Spielgeräten für die Kinder, den Wagen für den Waldkindergarten am Sälzerwerg, ebenso wie an die fahrbare Bühne und den Toilettenwagen die für Feste zur Verfügung stehen. Auch eine Musical-Veranstaltung auf der Waldbühne zählen dazu. Die erste große Investition war ein Fahrzeug für den Verein der Mehrfachbehinderten, auch an die Melsunger Tafel wurde über Spenden bedacht und ein Defibrilator für das DRK angeschafft, nur um einige Beispiele zu nennen.

 

 

Gut für die Gesellschaft

Welche gesellschaftliche Relevanz haben der Verein und ihre Organisationen für die Region Melsungen und darüber hinaus für den gesamten Schwalm-Eder-Kreis? 

Der Verein ist bereits seit 1889 über viele Generationen hinweg tätig. Von 1928 bis 2011 wurde beispielsweise das Heimatfest organisiert. Nicht zuletzt durch gesellschaftlichen Wandel und dem Wechsel bei den handelnden Personen haben sich die Schwerpunkte verschoben, jedoch das Ziel, Altes und Schönes zu erhalten ebenso wie die Attraktivität von Melsungen zu fördern, hat sich nicht geändert. Damit hat der Verein auf seine Art auch Melsungen mitgeprägt. Der Verein, verbunden mit der Dr. Bernhard Braun-Stiftung des Heimat- u. Verschönerungsvereins leisten aus meiner Sicht einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und werden damit auch wahrgenommen.

 

Ihr aktuelles Projekt, die Beleuchtung der Bartenwetzer Brücke, wurde im November umgesetzt. Für welche Bereiche wünschen Sie sich weitere Neuerungen oder Unterstützung?

Die neue Außenbeleuchtung war für uns natürlich ein herausragendes Projekt, das wir ohne die Unterstützung von vielen Sponsoren bei Melsunger Unternehmen nicht hätten bewältigen können.

Ein weiteres laufendes Projekt ist ein möglicher Umbau und die Umgestaltung des Melsunger Heimatmuseums, das leider inzwischen in die Jahre gekommen ist und den heutigen Besucherwünschen angepasst werden soll. Mit Unterstützung aus dem Melsunger Geschichtsvereins wurde bereits ein detaillierter Umbau- und Umgestaltungsplan entworfen, der momentan bei den Gremien der Stadt als Antrag vorliegt.

Junge Menschen kommen selten mit Heimatvereinen in Berührung. Welche Neuerungen stellen Sie sich vor, um die junge Generation für Ihren Verein zu begeistern?

Viele verbinden mit der Bezeichnung „Heimatverein“ etwas sehr Traditionelles, vielleicht Überholtes. Ich verwende in diesem Zusammenhang gern den Spruch von Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Dazu ist es jedoch auch erforderlich, sich den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, was für einen traditionsreichen Verein sicher nicht immer einfach ist. Ich denke aber, dass wir auf einem guten Weg sind. Vereine leben von den handelnden Personen und wenn jemand gern selbst etwas bewegen möchte bei Projekten, im Heimatmuseum oder an Wanderungen in der Region oder auch überregional teilnehmen oder etwas verändern möchte, ist er gern eingeladen bei uns mitzuwirken. Wir sind immer offen für Ideen und Anregungen, die uns gemeinsam weiterbringen. Unsere Projekte fördern daher nicht nur die ältere Generation, sondern sollen auch Jüngeren ansprechen.

 

Vergangenheit und Zukunft

Welche einprägsamen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer langjährigen Tätigkeit?

Natürlich denkt man dabei an die vielen schönen Projekte, die man umsetzen konnte, seien es früher die Heimatfeste oder zuletzt die Beleuchtung an der Bartenwetzerbrücke. Alle waren von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung immer wieder eine spannende Herausforderung. Die gute Zusammenarbeit und Unterstützung vieler Beteiligter, darüber hinaus natürlich die vielen Kontakte und Freundschaften die sich dadurch gebildet haben, sind auch Resultate daraus, an die ich mich gern erinnere und die darüber hinaus fortbestehen.

 

Auf welche Projekte dürfen wir uns in Zukunft freuen und wie viel Zeit planen Sie im Vorfeld für die Umsetzungen ein?

Es besteht noch die Idee eines weiteren Großprojektes, das aber noch nicht soweit gereift ist, darüber zu sprechen. Da ein solches Projekt gut durchdacht, organisiert und finanziert werden muss, sind noch viele Dinge dazu vorzubereiten. In jedem Fall ist eine solche Aufgabe eine Teamarbeit. Wir legen als Verein großen Wert darauf, möglichst viele andere Gruppen, Vereine oder die Schulen wie z.B. die Radko-Stoeckl-Schule bei der Beleuchtung der Bartenwetzerbrücke, einzubeziehen. Das erweitert letztlich auch die Akzeptanz unserer Projekte, weil sie auf eine breite Basis gestellt werden. Dies erfordert natürlich viel Koordination und Geschick bei der Umsetzung und ist für mich immer wieder eine neue spannende Herausforderung, die auch Spaß macht.

Vielen Dank, Herr Ostheim, für das Interview.

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