Mitarbeiter im Ehrenamt

DLRG rettet Leben

Ehrenamt ist einfach

Wussten Sie, dass rund 14,89 Millionen Menschen in Deutschland in einem Ehrenamt aktiv sind? Das geht aus Umfragewerten der Plattform Statista hervor. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse Schwalm-Eder engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Wir stellen Ihnen heute Julia Wude vor, Teamleiterin in Melsungen sowie im DLRG tätig.

Julia Wude im Interview

Sie sind ehrenamtlich beim DLRG tätig. Welche Funktion haben Sie inne und welche Aufgaben gehören dazu?

Ich bin seit 14 Jahren Vorstandsvorsitzende der DLRG Ortsgruppe Beiseförth. Neben diversen administrativen und organisatorischen Aufgaben leite ich im Winterhalbjahr mit weiteren ehrenamtlichen Helfern einen Anfängerschwimmkurs für Kinder. Dazu gehören Planen und Organisieren der Schwimmkurse. Neben meiner Ortsgruppentätigkeit engagiere ich mich aktuell auch auf Bezirksebene als Beauftragte für die Urkundenstelle. Dort stelle ich für die verschiedenen Ortsgruppen innerhalb des Schwalm-Eder-Kreises die Rettungsschwimmpässe etc. aus.

 

Welchen zeitlichen Rahmen nimmt Ihre Tätigkeit ein?

Der zeitliche Aufwand ist zwischen dem Sommer- und Winterhalbjahr zu differenzieren. Während der Hallenbadsaison stehe ich jeden Mittwoch zwei Stunden an und im Becken und bringe Kindern die Grundlagen des Schwimmens bei. Neben der wöchentlichen Trainertätigkeit kommen ganzjährlich ca. fünf bis sieben Stunden im Monat für verschiedene Aufgaben hinzu. Dazu zählen unter anderem das Führen von Mitgliederstatistiken, Versand von Einladungen für Mitgliederveranstaltungen oder das Ausstellen von Rettungsschwimmpässen.

 

16 Jahre DLRG

Was bewog Sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren?

In meine Aufgabe innerhalb der DLRG Beiseförth bin ich hineingewachsen. Zum Schwimmtraining bin ich schon immer gerne gegangen. Während meiner Jugendzeit habe ich jeden Mittwoch am Schwimmtraining der DLRG teilgenommen. Da ich meistens zu früh da war, wurde ich von der damaligen Übungsleiterin gefragt, ob ich sie nicht im Anfängerschwimmkurs unterstützen möchte. Wie man mit diesem Interview lesen kann, bin ich immer noch begeistert dabei, Kindern bei ihren ersten Zügen im Element Wasser zu begleiten. Im Laufe der Zeit habe ich die Planung, Ausübung und Verantwortlichkeit des Kurses übernommen. Den Posten der Vorstandsvorsitzenden habe ich übernommen, als mein Vorgänger aus Altergründen aufgehörte und die Existenz der Ortsgruppe und somit auch der Schwimmausbildung auf der Kippe stand.

Sie sind seit 16 Jahren dabei. Worin liegt Ihre Motivation?

Meine intrinsische Motivation sind strahlende Kinderaugen. Während der zwei Trainingsstunden vergesse ich meist die komplette Außenwelt und kann mich voll und ganz auf den Schwimmunterricht konzentrieren. Ich erfreue mich an den Kindern und ihrer Begeisterung für das Schwimmen. Dies gibt mir eine ungeheurere innere Zufriedenheit und lässt mich mit großer Vorfreude auf die nächsten Trainingsstunden blicken.

Sie investieren viel Arbeit in Ihr Ehrenamt. Was gibt Ihnen diese Tätigkeit zurück?

Freude, Spaß und Dankbarkeit.

DLRG – eine Gemeinschaft

Inwiefern hat sie die Gemeinschaft innerhalb der DLRG geprägt?

Die Punkte Verantwortung übernehmen, Planen/Organisieren und Teamfähigkeit haben mich in den letzten 16 Jahren im Rahmen meiner verschiedenen Aufgaben geprägt. Als Assistenz beim Anfängerschwimmkurs, später dann als Trainerin und Vorsitzende, muss ich viel Verantwortung übernehmen.

Mussten Sie in einer lebensgefährlichen Situation bereits eingreifen und einen Menschen retten?

Während einer Schwimmeinheit mit Kindern, welche gerade ihr Seepferdchen bekommen hatten, bekam ein Kind versehentlich einen Tritt unter Wasser und geriet in Panik. In diesem Fall bin ich ins Becken gesprungen und habe das Kind aus dem Wasser geholt. Das Retten von Personen haben wir im Rahmen der Rettungsschwimmausbildung zum Glück bisher nur geübt.

 

Julia Wude bringt Kindern das Schwimmen bei

Wie sah für Sie das schönste Erlebnis während Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit aus?

Ein bestimmtes Erlebnis gibt es nicht, dafür habe ich zu viele tolle Erlebnisse mit den Kindern erlebt. Was mich sehr geehrt hat, war damals bei unserem 35-jährigen Ortsgruppenjubiläum, als ich das Verdienstabzeichen in Bronze überreicht bekommen habe.

Gab es in Ihren Trainungseinheiten Situationen, in denen Sie unter Wasser Angst bekamen –
zum Beispiel weil Ihnen die Luft ausging?

Solch eine Situation habe ich tatsächlich im Rahmen eines Schnuppertauchkurses im Freibad Melsungen erlebt. Ich wollte schon immer gerne einen Tauchschein machen und somit kam mir das Angebot gerade recht. Dort bin ich mit einem Tauchlehrer ca. 3,5m tief abgetaucht und beim Heraufblicken an die Wasseroberfläche bekam ich Panik. Durch das beherzte Eingreifen des Tauchlehrers ging die Situation glimpflich aus. Ich habe ein paar Jahre später nochmals einen Versuch gestartet, allerdings ohne Erfolg. Das Thema Tauchschein ist für mich erledigt.

Die Zukunft mit der DLRG

Welchen worst case möchten Sie nie erleben müssen?

Da komme ich auf Frage 7 zurück.  Nie erleben möchte ich den Moment, in dem ein Mensch ertrinkt und ich diesen nicht retten kann.  

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft bei der DLRG vor? Gibt es Qualifikationen, die Sie erringen möchten?

Ich möchte gerne einen Lehrschein für alle Abzeichen innerhalb der DLRG-Organisation absolvieren. Dies ist allerdings mit einem hohen Zeitaufwand (135 Lerneinheiten á 45 Minuten) verbunden und die Zeit habe ich bisher noch nicht gefunden. Meine Zukunft innerhalb der Ortsgruppe stelle ich mir in vielen Punkten wie die aktuelle Gegenwart vor.

Frau Wude, vielen Dank für das Interview.

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Christiane Laabs

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