Die Inflation

Was ist die Inflation?

Inflation bedeutet Geldentwertung. Was Sie heute für 100 Euro erhalten, kann in einigen Monaten oder Jahren deutlich weniger sein.

Ein Beispiel: Eine Kugel Eis kostet heute bereits 1 Euro oder sogar mehr. Vor einigen Jahren lag der Preis noch bei 80 Cent. Die Dinge werden also immer teurer. Oder genauer gesagt: Ihr Geld wird immer weniger wert.

Durch die Preissteigerungen können Sie sich für Ihr Geld zukünftig weniger Kaufen als heute. Durch den Kaufkraftverlust sinkt der Wert des Geldes. Sie sehen dies deutlich an Produkten im Supermarkt, wie Butter oder auch Milch.

Wichtig ist hier die Differenzierung: Das Produkt wird nicht durch die Inflation teurer. Aber durch immer weiter steigende Preise wird die Kaufkraft – also das, was ich mir für mein Geld tatsächlich kaufen kann – kleiner.

Auch in Unternehmen spielt das Thema Inflation eine Rolle. Denn bei höheren Preisen wird weniger investiert. Das führt dazu, dass Unternehmen ebenfalls ihre Preise erhöhen, um die eigenen Kosten zu decken.

So kommt es zur Preissteigerung

Doch wie kommt es überhaupt zu dieser anhaltenden Preissteigerung?

Angebot und Nachfrage

Ein Grund ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Angebot bezeichnet das Vorhandensein von Waren wie Brot, Butter und Bier. Das Angebot ist begrenzt, da diese Waren nicht unendlich vorkommen bzw. erst produziert werden müssen.

Die Nachfrage hingegen ist ungebrochen. Je stärker die Menschheit anwächst und je wohlhabender diese wird, umso größer ist die Nachfrage nach Produkten. Wenn die Nachfrage höher als das Angebot ist, können die Unternehmen ihre Produkte teurer verkaufen.

Kosten für Unternehmen

Ein weiterer Punkt sind die Kosten der Unternehmen. Auch diese müssen für ihr Angebot Rohstoffe einkaufen und Mitarbeiter*innen bezahlen. Wenn die Rohstoffe, welche zur Produktion benötigt werden, teurer werden, steigt auch der Preis des fertigen Produktes.

Und auch die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter*innen unterliegen einem stetigen Anstieg. Schließlich müssen diese mit dem Geld leben können. Wenn im Leben allerdings alles teurer wird, wird mehr Geld benötigt. Die Spirale dreht sich so immer weiter nach oben.

Geldmenge

Ein dritter Grund ist die zur Verfügung stehende Geldmenge im Markt. Diese kann durch die Zentralbanken, wie zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) direkt beeinflusst werden.

Wenn die EZB die Geldmenge erhöht, indem sie einem Staat mehr Geld zukommen lässt, steigt die Inflationsrate. Denn wo es mehr Geld gibt, kann auch mehr ausgeben werden. Die Nachfrage und damit auch die Preise für das Angebot steigen.

Wichtige Kennzahl: Die Inflationsrate

Die sogenannte Inflationsrate gibt den Durchschnitt der Preissteigerung an. Denn nicht alle Güter werden gleich schnell teurer.

Auf der Webseite des statistischen Bundesamtes kann man die aktuelle Inflationsrate nachvollziehen – sowohl den Durchschnitt als auch die Inflationsrate je Gütergruppe. Und auch die persönliche Inflationsrate lässt sich hier spielerisch berechnen. Denn nicht jeder Mensch kauft von allen Güter gleich viel.

Über Regler kann man sich seinen eigenen, durchschnittlichen Warenkorb zusammenstellen. Und sieht so, wie hoch die persönliche Inflationsrate ausfällt.

Kleine Inflation von Wirtschaft gewünscht

Doch ist eine Inflation nun schlecht? Nein, sagt die EZB. Diese verfolgt sogar das Ziel, die Inflationsrate bei 2% zu halten. Der Grund: Durch eine gewisse Inflation wächst die Gesamtwirtschaft kontinuierlich. Das Land erlangt Wohlstand – den Menschen und Unternehmen geht es gut.

Niedrige bzw. sinkende Preise haben im Gegenzug schlechte Folgen für die Wirtschaft. Unternehmen würden nicht mehr investieren, Konsument*innen nicht mehr so viel kaufen. Beide hoffen auf günstigere Preise und warten daher hab.

Die Folge ist eine sogenannte Deflation. Es gibt mehr Angebot als Nachfrage, Unternehmen gehen pleite, Menschen werden Arbeitslos.

Daher wird eine Inflationsrate von 0 bis 2% von den Zentralbanken als ungefährlich bzw. förderlich für die Wirtschaft erachtet.

Einfluss der Corona-Pandemie auf die Inflation

Viele Menschen fragen sich im Jahr 2021, ob die Corona-Pandemie die Inflation befeuern wird. Ganz genau kann man dies noch nicht sagen. Allerdings gibt es einige Gründe, welche eher dafür sprechen, dass die Inflation in kurzer Zeit ansteigen kann:

  • Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Durch unterbrochene Lieferketten und Angebotsmangel in bestimmten Bereichen (z.B. bei Computerchips) kommen ganze Branchen zum erliegen. Fazit: Durch ein knapperes Angebot werden die Preise teurer.
  • Rohstoffpreise – insbesondere Baustoffe – und Löhne steigen. Für Unternehmen wird es demnach teurer, Güter bzw. Mitarbeiter*innen einzukaufen. Diese Preise werden an die Endkund*innen weitergegeben.
  • Das im Umlauf befindliche Geld ist gestiegen – die Geldmenge wurde erhöht um die Folgen der Pandemie abzufedern.

Die EZB-Direktorin Isabel Schnabel sagte im Frühjahr 2021 in einem Interview mit „RTL/ntv“, dass die EZB eine Inflationsrate von etwas über 3% für 2021 erwarte. Allerdings geht sie davon aus, dass es sich nur um eine kurzfristige Schwankung handele: „Unsere geldpolitische Strategie ist mittelfristig ausgerichtet, und das bedeutet, dass wir durch all diese kurzfristigen Schwankungen hindurchschauen.“

Der Inflation entgegenwirken

Wenn nun alles teurer wird bedeutet dies auch, dass Gelder auf Girokonten, Tagesgeldkonten und im Portemonnaie bald weniger wert sind, als heute noch.

Was können Sie also tun? Eine kluge Strategie ist es, Geld zu investieren. Dafür eigenen sich Sachwerte wie beispielsweise Immobilien und Edelmetalle oder auch die Investition in Wertpapiere wie Investmentfonds, ETFs und Aktien.

Hier muss jede*r Anleger*in die individuelle passende Anlagestrategie finden. Wichtig ist, Geld langfristig zu investieren und zu diversifizieren – also in möglichst unterschiedlichen Bereichen anzulegen.

Welche Strategie für Sie die richtige ist, ermitteln Sie am besten in einem Gespräch mit Ihrem Sparkassenberater bzw. –beraterin. Vereinbaren Sie jetzt Ihren unverbindlichen Beratungstermin ganz einfach online.

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