Altersvorsorge

So reicht Ihr Vermögen bis ins hohe Alter

Altersvorsorge: So reicht Ihr Vermögen bis ins hohe Alter

Definition Altersvorsorge

Wie viel Geld benötigen Sie, wenn Sie in Rente oder im Ruhestand sind? Um diese zentrale Frage dreht sich alles beim Thema Altersvorsorge. Zur Beantwortung sind sehr viele Faktoren relevant: Ihr aktuelles Alter, Ihr Beruf, Ihr Einkommen, Ihre Wohnsituation und insgesamt Ihr Lebensstandard.

In diesem Artikel gehen wir allen Bereichen der Altersvorsorge auf den Grund: Was es mit den drei Säulen auf sich hat, wie hoch Ihr persönlicher Bedarf ist und welche Art der Altersvorsorge genau zu Ihnen passt.

Gesetzliche Rentenversicherung

Vielleicht denken Sie jetzt: Aber ich sorge doch bereits fürs Alter vor? Schließlich zahlen Sie Monat für Monat in die gesetzliche Rentenkasse ein. Das ist völlig korrekt.

Dabei handelt es sich um die erste Säule, die Basisvorsorge, auf welche wir im Verlauf des Artikels noch detailliertet eingehen werden.

Die gesetzliche Rentenversicherung wurde in den 1950er Jahren auf das sogenannte Umlageverfahren umgestellt. Das bedeutet, dass die Beträge die Sie heute einzahlen nicht für Ihre spätere Rente aufgespart werden. Vielmehr werden sie direkt als Rentenzahlung an die derzeitigen Renter genutzt.

Stehen Sie also gerade Mitten im Berufsleben so wird Ihr monatlicher Rentenbeitrag an Ihre Eltern oder Großeltern als Rente ausgezahlt.

Das Solidaritätsprinzip

Die junge Generation kommt demnach für die ältere Generation auf. Nun haben Sie vielleicht die Alterspyramide im Kopf. Anhand dieser wird schnell klar: Es gibt immer mehr alte und immer weniger junge Leute, welche für die Rente aufkommen müssen.

Das führt zu höheren Beiträgen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Zudem trübt es natürlich auch die Aussichten jedes einzelnen Arbeitnehmers bzw. Arbeitnehmerin auf die eigene Rente. Dies ist mit der ausschlaggebende Grund, warum das Renteneintrittsalter in den letzten Jahren angehoben wurde und warum eine zusätzliche Altersvorsorge – die Säulen 2 und 3 – wichtiger sind denn je.

Versorgungslücke und Ihr persönlicher Bedarf an Altersvorsorge

Überlegen Sie einmal, wie viel Geld Sie heute verdienen und wie viel davon Sie für Ihr Leben benötigen. Lebensmittel, die Miete, Kredite, Versicherungen: Hier kommt einiges zusammen.

Im Alter werden einige Kostenpunkte wegfallen. So sind die meisten Kredite abgezahlt, vielleicht bewohnen Sie eine eigene Immobile und müssen keinen Abtrag mehr leisten, Ihr Auto wird nicht mehr so häufig oder gar nicht benötigt. Nichts desto trotz brauchen Sie ein gewisses monatliches Budget für Ihr tägliches Leben.

Wichtig ist also eine Bestandsaufnahme. Dazu müssen Sie wissen, wie viel Geld Ihnen gesetzlich zusteht. Sind Sie mindestens 27 Jahre alt und haben bereits seit fünf Jahren Ihren Rentenbeitrag gezahlt, so erhalten Sie einmal jährlich eine Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dieser können Sie Ihren aktuellen Rentenanspruch und die Hochrechnung Ihrer voraussichtlichen Altersrente entnehmen. Indem Sie Ihre monatlichen Ausgaben überschlagen, können Sie so Ihre Renten- bzw. Versorgungslücke berechnen

Eine weitere Möglichkeit zur Berechnung der Lücke stellt der Rentenrechner dar. Mit wenigen Eingaben ermitteln Sie hier auf Basis von Durchschnittswerten Ihre monatliche Rentenlücke. So können Sie ihre finanzielle Situation ganz einfach einschätzen. Der Rentenrechner berücksichtigt außerdem Fehlzeiten an der Arbeit, beispielsweise durch Elternzeit.

Die drei Säulen (oder Schichten) der Altersvorsorge

Nun wissen Sie also, wie viel Geld Ihnen im Ruhestand fehlen wird. Um die Lücke aufzufüllen stehen mehrere Vorsorgemöglichkeiten zur Verfügung.

Zeit also, einen genaueren Blick auf die drei Säulen bzw. Schichten der Altersvorsorge zu werfen.

Drei Säulen der Altersvorsorge

Säule 1: Die Basisvorsorge

Die erste Säule stellt die Basisvorsorge dar. Wie bereits beschrieben fällt hier die gesetzliche Rentenversicherung hinein. Dieser gehören automatische die meisten angestellten Arbeitnehmer an. Auch einige selbststände Berufe wie Fitnesstrainer, Hebammen und Physiotherapeuten werden in dieser Pflichtversicherung berücksichtigt.

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es noch die berufsständischen Versorgungswerke. Hier sind freie Berufe wie Ärzte, Anwälte, Architekten und Steuerberater abgesichert.

Übrigens: Selbständige, die weder in die Rentenversicherung noch in die Versorgungswerke fallen, erhalten keine Basisvorsorge. Hier gibt es die Möglichkeit der sogenannten Rürup-Rente, welche vor allem für gutverdienende Selbständige gedacht war. Abschließen kann sie jedoch jeder.

Für all diese Vorsorgeformen gilt, dass sie steuerlich als Sonderausgaben absetzbar sind.

Säule 2: Die geförderte Altersvorsorge

In diese Säulen fallen aus steuerlicher Sicht alle privaten und betrieblichen Vorsorgemaßnahmen, die durch das Altersvermögens- und Alterseinkünftegesetz gefördert werden. Dies sind insbesondere die betriebliche Altersversorgung (bAV), die Riester-Rente und die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes (ZÖD). Diese Art der Absicherung kommt vor allem für Angestellte in Frage.

Für Selbstständige kommt eine Rürup-Rente in Frage, welche in der Einzahlphase Steuervorteile bereithält.

Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung wird vom Arbeitgeber angeboten. Dabei wird ein Teil des Entgeltes genutzt und in die Altersvorsorge investiert. Bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung sin jährlich steuer- und sozialabgabenfrei.

Kurz gesagt: Sie verzichten auf einen Teil Ihres Gehaltes und investieren diesen in die betriebliche Altersversorgung. So sparen Sie Steuern und Ihr Arbeitgeber zusätzlich noch Sozialversicherungsbeiträge.

Betriebsliche Altersversorgung

Verschiedene Varianten der betrieblichen Altersvorsorge (Durchführungswege)

Ihr Arbeitgeber legt in der Regel fest, in welcher Variante die betriebliche Altersversorgung durchgeführt wird.

Die Direktversicherung entspricht am ehestens einer klassischen privaten Rentenversicherung, mit dem Unterschied, dass der Arbeitnehmer Versicherungsnehmer und Beitragszahler ist und Sie die versicherte Person sind.

Die Pensionskasse funktioniert genauso, allerdings ist hier die Pensionskasse und keine Lebensversicherungsgesellschaft der Versorgungsträger. Es erfolgt eine permanente Kontrolle durch die deutsche Versicherungsaufsicht.

Die Unterstützungskasse ist im Vergleich zur Direktversicherung und zur Pensionskasse unbegrenzt steuerfrei – hier können also auch mehr als 4% eingezahlt werden. Ihr Arbeitgeber meldet Sie als Versorgungsberechtigten an und zahlt die regelmäßig vereinbarten Beiträge.

Daneben gibt es noch die Direktzusage, bei welcher der Arbeitgeber die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung selbst zu erbringen hat – er ist also selbst der Versorgungsträger.

Auszahlung der bAV

Stellt sich noch die Frage, wann und wie Sie die eingezahlten Beiträge erhalten. Meist fällt das Vertragsende mit Ihrem Renteneintritt zusammen. Bei Pensionskassen ist keine Laufzeit vorhanden. Dort erhalten Sie das Geld, sobald Sie in Rente sind.

Zum Vertragsende haben Sie ein Kapitalwahlrecht. Das bedeutet, Sie können sich bis zu 30% des Gesamtkapitals direkt auszahlen lassen. Den Rest erhalten Sie als monatliche Rente. Der Betrag ist dabei voll zu Versteuern, die Höhe richtet sich nach Ihrem persönlichen Steuersatz im Alter. Zusätzlich erfolgt eine Abgabe an die Krankenkasse.

Wie hoch die Auszahlung ist, lässt sich im Vorfeld nur anhand historischer Erfahrungswerte abschätzen – die tatsächliche Höhe kann erst kurz vor dem Laufzeitende ermittelt werden.

Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge. Anspruch auf eine Riester-Rente haben rentenversicherungspflichtige Personen, sofern sie der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen. Eine genaue Liste aller mittelbar und unmittelbar zulagenberechtigten Personen finden Sie hier.

Möchten sie in einen Riestervertrag sparen, so haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können entweder eine klassische Versicherung wählen, Ihr Geld in Fonds sparen oder einen sogenannten Wohn-Riestervertrag abschließen.

  • Riester-Versicherung: Diesen Vertrag schließen Sie bei einem Versicherungsanbieter ab. Sie erhalten eine garantierte Rendite und eine Überschussbeteiligung.
  • Riestern mit Fonds: Bei dieser Variante profitieren Sie von den Chancen der Kapitalmärkte. Durch die Kapitalgarantie sind Sie vor Verlusten geschützt.
  • Wohn-Riester: Besitzen Sie eine Immobilie oder möchten ein Haus bauen? Ein Wohn-Riestervertrag unterstütz Ihren Bausparvertrag. Zusätzlich erhalten Sie Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen für Wohnzwecke.

So funktioniert die Riester-Rente

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Basis ist Ihr rentenversicherungspflichtigen Einkommen des Vorjahres. 4% dieses Betrages sind Ihr jährlicher Mindesteigenbeitrag zum erhalt der vollen Förderung – maximal jedoch 2.100 Euro. Ein Sockelbeitrag von 60 Euro muss eingezahlt werden, um eine Zulage zu erhalten.

Zahlen Sie diesen Beitrag ein so haben Sie Anspruch auf die Grundzulage von 175 Euro. Diese schmälert Ihren Eigenbeitrag. Zusätzlich erhalten Sie pro Kind, welches Anspruch auf Kindergeld hat, eine sogenannte Kinderzulage. Für Kinder die bis 31. Dezember 2007 geboren sind beträgt diese 185 Euro, für Kinder die danach geboren sind erhalten Sie 300 Euro.

Ein Beispiel: Sie sind 37 Jahre alt, verheiratet, haben ein Kind mit Geburtsjahr 2010 und haben im Vorjahr 35.000 Euro verdient.

Ihr Mindesteigenbeitrag liegt bei 1.460 Euro jährlich (4% von 35.000 Euro). Davon ab gehen zweimal 175 Euro Grundzulage für Sie und Ihren Partner/Partnerin sowie 300 Euro für das Kind. Ihr zu zahlender Betrag beläuft sich also auf 810 Euro im Jahr – 68 Euro pro Monat. Den Restbetrag von 650 Euro zahlt der Staat für Sie ein. Dies entspricht einer Förderung von 45%.

Berechnen Sie jetzt Ihren eigenen Anspruch mit unserem Riester-Rechner:

Übrigens: Bei Abschluss vor dem 25ten Lebensjahr erhalten Sie im ersten Jahr zusätzlich 200 Euro Berufseinsteigerbonus als Zulage geschenkt.

Auszahlung der Riester-Rente

Die eingezahlten Beiträge zuzüglich der erwirtschafteten Rendite können Sie sich ab dem vereinbarten Vertragsende auszahlen lassen. Dabei können Sie bis zu 30% als Einmalbetrag entnehmen – den restlichen Betrag erhalten Sie als monatliche Rente. Die Auszahlung ist dabei voll zu versteuern.

Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, handelt es sich um eine freiwillige Vorsorge, welche sich vorrangig an Selbständige richtet. Sie kann sich jedoch für alle Personen lohnen, die nicht sozialversicherungspflichtig zur gesetzlichen Rentenversicherung sind.

Die Beitragshöhe können Sie flexibel selbst bestimmten und jederzeit aufstocken oder senken. Die Förderung besteht darin, dass die eingezahlten Beiträge bis zu einem gewissen Anteil Ihre Steuerlast senken – sie werden von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Jedoch erst ab 2025 in voller Höhe, also zu 100%. Im Jahr 2020 beträgt der Anteil der geltend gemacht werden kann 90% des Höchstbetrags. Details dazu finden Sie hier.

Auszahlung der Rürup-Rente

Die Auszahlung ist frühestens ab dem 62. Lebensjahr (bei vor 2012 geschlossenen Verträgen: frühestens ab dem 60. Lebensjahr) möglich. Dabei sind die ausgezahlten Beträge voll zu versteuern. Deshalb ist die Rürup-Rente insbesondere interessant, wenn Sie sich in der Ansparphase Steuervorteile erhoffen und zugleich gut verdienen.

Säule 3: Die private, ungeförderte Altersvorsorge

Zur privaten Altersvorsorge zählen alle Verträge zur Ansparung eines Kapitals, über welches Sie spätestens zum Rentenbeginn verfügen können. Dies können Lebensversicherungen und Fonds-Sparpläne sein. Auch der Besitz einer Immobile kann zur Altersvorsorge gerechnet werden.

Im Vergleich zu den geförderten Altersvorsorgemöglichkeiten sind Sie hier deutlich flexibler unterwegs.

Fondssparplan

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Der Fondssparplan ist ein Vertrag, bei welchem Sie regelmäßig Beiträge einzahlen. Dies geht meistens bereits ab 25 Euro im Monat. Auch eine quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Einzahlung ist möglich. Zudem sind einmalige Zahlungen möglich.

Es gibt verschiedene Wertpapiere, die dem Fondssparplan zugrunde liegen. So können Sie sich an Aktien oder Immobilien beteiligen oder in Rentenpapiere investieren.

Die Auszahlung ist absolut flexibel und jederzeit möglich. Allerdings unterliegen Fondssparpläne Marktschwankungen, welche bei einer Auszahlung berücksichtigt werden müssen.

Lebensversicherung

Für die Altersvorsorge kommt eine Kapitallebensversicherung in Frage. Viele Jahre war sie das beste Mittel, um für die Rente vorzusorgen. Aufgrund der Niedrigzinsphase sind klassische Kapitallebensversicherungen jedoch mittlerweile sehr unattraktiv geworden.

Bessere Chancen bieten fondsgebundende Lebensversicherungen. Hier liegen – wie der Name bereits erahnen lässt – ebenfalls Fonds zugrunde. Die Beiträge werden vollständig oder zu einem vereinbarten Teil in Fonds einbezahlt.

Häufig bieten diese Formen von Versicherungen eine eingebaute Garantie, sodass Sie im Falle von negativen Kursentwicklungen nicht Ihr gesamtes Kapital verlieren.

Welche Altersvorsorge passt zu mir?

Nun haben Sie die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Altersvorsorge kennengelernt. Welche Variante nun die beste für Sie ist, ermitteln Sie am besten im persönlichen Gespräch mit Ihrem Berater bzw. Ihrer Beraterin.

Im Altersvorsorge-Tool werden Ihre bereits getroffenen Vorsorgen berücksichtigt, die Versorgungslücke berechnet und passende Lösungsvorschläge unterbreitet.

Vereinbaren Sie direkt Ihren Termin und bringen Sie zu diesem Ihren aktuellen Rentenbescheid, die Übersicht Ihres Vorjahreseinkommens und Unterlagen zu bereits abgeschlossenen Altersvorsorge-Verträgen mit.

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