Alles rund um die Pflege

Pflegenotstand, Pflegegrade, Pflegefall in der Familie und Pflegeversicherung

In diesem Artikel erfahren Sie:

Pflege im Fokus

Pflege – Über kaum ein Thema wird in aktuellen politischen Debatten mehr gesprochen. Man hört vom Pflegenotstand in Deutschland, diskutiert über die mögliche Anwerbung ausländischer Pflegekräfte und Roboter im Pflegeheim.

Die Pflege, sie ist ein menschliches und sehr emotionales Thema. Und doch beschäftigen wir uns zu wenig damit. Wann haben Sie sich zuletzt mit Ihren Verwandten über die Auswirkungen eines Pflegefalls in der Familie unterhalten? Viel zu oft tritt das Thema erst in den Fokus, wenn der Fall der Fälle eintritt. Und die finanziellen und psychologischen Folgen einen mit voller Wucht treffen.

Pflegenotstand in Deutschland

Pflegenotstand in Deutschland: Auf 5 Millionen Pflegebedürftige bis 2030 fehlen fast 500.000 Pflegerinnen und Pfleger.

Fakt ist: Deutschland altert. In den vergangenen 30 Jahren haben wir knapp sieben Jahre Lebenszeit dazu gewonnen (Quelle: Bundesgesundheitsministerium). Bereits heute sind die Pflegeheime und Pflegekräfte dem Bedarf nicht gewachsen. Das statistische Bundesamt hat zum Jahresende 2017 insgesamt 3,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland ermittelt.

Davon werden 76% zu Hause und 24% in 14.500 Pflegeheimen in Deutschland versorgt. Zahlen, die erschrecken. Über die Hälfte der Pflegebedürftigen wird durch Angehörige in der eigenen Wohnung betreut. Eine Arbeit, die sowohl auf das Portemonnaie als auch die Psyche der Verwandten schlägt. Warum, lesen Sie im Abschnitt Auswirkungen eines Pflegefalls in der Familie.

Bereits heute fehlen geeignete Fachkräfte. Und der Notstand in der Pflege wird in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Der Pflegereport der Bertelsmann Stiftung prognostiziert, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 50 Prozent steigt. Für die dann über fünf Millionen Pflegebedürftigen fehlen laut dem Report fast 500.000 Vollzeitkräfte.

Die Zahlen sind erschreckend hoch. Ebenso wie die Konsequenzen daraus. Ein Platz im Pflegeheim oder eine Pflegekraft für die Pflege zuhause wird deutlich teurer werden. Auswirkungen, die vor allem die Angehörigen eines Pflegefalls treffen.

Bedeutung der Pflegegrade (ehemals Pflegestufen)

Ab wann gilt man in Deutschland als Pflegefall? Hier hilft ein Blick in die festgelegten Pflegegrade, welche bis 2017 als Pflegestufen bezeichnet wurden. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Diese beschreiben, wie stark der Bedarf an Pflege ist.

Zur Ermittlung des Pflegegrades werden nach dem Prüfverfahren NBA („Neues Begutachtungsassessment“) in den folgenden Bereichen Punkte vergeben:

  • Mobilität: Können Sie sich alleine im Bett aufrichten? Können Sie sicher sitzen? Bewegen Sie sich sicher durch die Wohnung und auch über Treppen?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Wie gut finden Sie sich im Alltag zurecht? Können Sie sich räumlich und zeitlich orientieren? Schaffen Sie es, selbständig Gespräche zu führen?
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Sind Sie nachts unruhig? Sind Sie depressiv oder ängstlich? Wehren Sie sich gegen Pflegemaßnahmen?
  • Selbstversorgung: Können Sie sich alleine waschen? Können Sie alleine zur Toilette gehen? Schaffen Sie es, sich alleine anzuziehen?
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Können Sie selbständig Medikamente nehmen? Schaffen Sie es, den Blutzuckerspiegel zu messen und zu bewerten? Können Sie Arztbesuche wahrnehmen?
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Können Sie Ihren Tagesablauf selbst gestalten? Schaffen Sie es, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten?

Dabei werden die einzelnen Bereiche unterschiedlich gewichtet. Je höher die Punktzahl am Ende liegt, umso höher der Pflegegrad:

PunktzahlPflegegradBeeinträchtigung
12,5 bis unter 27 PunktePflegegrad 1Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
27 bis unter 47,5 PunktePflegegrad 2Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
47,5 bis unter 70 PunktePflegegrad 3Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
70 bis unter 90 PunktePflegegrad 4Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
90 bis 100 PunktePflegegrad 5Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegestufe 1 liegt beispielsweise schon bei einer leichten Form von psychischer Erkrankung, geistiger Behinderung oder einer leichten Demenz vor. Der Aufwand in der Grundpflege beträgt bis zu 60 Minuten am Tag. Ganz im Gegensatz zu Pflegegrad 5, welcher eine 24-h-Betreuung aufweist.

Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung nach Pflegegrad

Je nach Schwere des Pflegefalls steuert der Staat entsprechend unterschiedliche Summen bei. Diese sind exakt je Pflegegrad und Art der Pflege (Pflegeheim oder zu Hause) festgelegt:

Pflegegradambulante Pflegevollstationäre Pflege
Geldleistung (Pflegegeld)Sachleistung (Pflegedienst)Sachleistung (Pflegeheim)
Pflegegrad 10 Euro0 Euro125 Euro
Pflegegrad 2316 Euro689 Euro770 Euro
Pflegegrad 3545 Euro1.298 Euro1.262 Euro
Pflegegrad 4728 Euro1.612 Euro1.775 Euro
Pflegegrad 5901 Euro1.995 Euro2.005 Euro

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Doch reicht die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung aus? Und was kostet ein Pflegefall im Jahr? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Bedeutung der Pflegegrade (ehemals Pflegestufen)

Ab wann gilt man in Deutschland als Pflegefall? Hier hilft ein Blick in die festgelegten Pflegegrade, welche bis 2017 als Pflegestufen bezeichnet wurden. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Diese beschreiben, wie stark der Bedarf an Pflege ist.

Zur Ermittlung des Pflegegrades werden nach dem Prüfverfahren NBA („Neues Begutachtungsassessment“) in den folgenden Bereichen Punkte vergeben:

  • Mobilität: Können Sie sich alleine im Bett aufrichten? Können Sie sicher sitzen? Bewegen Sie sich sicher durch die Wohnung und auch über Treppen?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Wie gut finden Sie sich im Alltag zurecht? Können Sie sich räumlich und zeitlich orientieren? Schaffen Sie es, selbständig Gespräche zu führen?
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Sind Sie nachts unruhig? Sind Sie depressiv oder ängstlich? Wehren Sie sich gegen Pflegemaßnahmen?
  • Selbstversorgung: Können Sie sich alleine waschen? Können Sie alleine zur Toilette gehen? Schaffen Sie es, sich alleine anzuziehen?
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Können Sie selbständig Medikamente nehmen? Schaffen Sie es, den Blutzuckerspiegel zu messen und zu bewerten? Können Sie Arztbesuche wahrnehmen?
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Können Sie Ihren Tagesablauf selbst gestalten? Schaffen Sie es, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten?

Dabei werden die einzelnen Bereiche unterschiedlich gewichtet. Je höher die Punktzahl am Ende liegt, umso höher der Pflegegrad:

PunktzahlPflegegradBeeinträchtigung
12,5 bis unter 27 PunktePflegegrad 1Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
27 bis unter 47,5 PunktePflegegrad 2Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
47,5 bis unter 70 PunktePflegegrad 3Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
70 bis unter 90 PunktePflegegrad 4Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
90 bis 100 PunktePflegegrad 5Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegestufe 1 liegt beispielsweise schon bei einer leichten Form von psychischer Erkrankung, geistiger Behinderung oder einer leichten Demenz vor. Der Aufwand in der Grundpflege beträgt bis zu 60 Minuten am Tag. Ganz im Gegensatz zu Pflegegrad 5, welcher eine 24-h-Betreuung aufweist.

Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung nach Pflegegrad

Je nach Schwere des Pflegefalls steuert der Staat entsprechend unterschiedliche Summen bei. Diese sind exakt je Pflegegrad und Art der Pflege (Pflegeheim oder zu Hause) festgelegt:

Pflegegradambulante Pflege
Geldleistung (Pflegegeld)Sachleistung (Pflegedienst)
Pflegegrad 10 Euro0 Euro
Pflegegrad 2316 Euro689 Euro
Pflegegrad 3545 Euro1.298 Euro
Pflegegrad 4728 Euro1.612 Euro
Pflegegrad 5901 Euro1.995 Euro
Pflegegradvollstationäre Pflege
Sachleistung (Pflegeheim)
Pflegegrad 1125 Euro
Pflegegrad 2770 Euro
Pflegegrad 31.262 Euro
Pflegegrad 41.775 Euro
Pflegegrad 52.005 Euro

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Doch reicht die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung aus? Und was kostet ein Pflegefall im Jahr? Das erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Auswirkungen eines Pflegefalls in der Familie

Haben Sie Ihre Gesundheit abgesichert, im Fall der Pflege? Stand 2017 haben gerade einmal 9,33 Mio. Deutsche ein private Pflegeversicherung abgeschlossen (Quelle: Verband der privaten Krankenversicherung).

Dabei kann die Pflege deutlich ins Geld gehen . Kosten von 40.000 Euro im Jahr für die vollstationäre Pflege sind in Hessen keine Seltenheit (Quelle: Wohnen im Alter).

Auch wenn die gesetzliche Pflegeversicherung je nach Pflegegrad einen Teil der Leistung trägt, reicht diese Summe nicht, um alle Kosten zu decken. Bei den vorausschauenden 10% der Bevölkerung springt nun die private Pflegeversicherung ein – alle weiteren Pflegebedürftigen müssen auf ihr Einkommen und Vermögen zurückgreifen. Dabei gibt es ein sogenanntes Schonvermögen, welches unangetastet bleibt. Die Höhe wird individuell bestimmt.

Was, wenn das Geld der Eltern nicht ausreicht?

Was aber, wenn das Geld der Pflegebedürftigen nicht mehr ausreicht? Dann kommen die Kinder ins Spiel und müssen für die Kosten aufkommen. Diese rechtliche Verpflichtung, die Versorgung der Eltern zu sichern, heißt Elternunterhalt.

Die Höhe berechnet sich dabei anhand der Einkünfte der Kinder. Dabei wird den unterhaltspflichtigen Kindern ein Mindestselbstbehalt von 1.800 Euro (bei Verheirateten, die zusammen leben, 3.240 Euro) zugebilligt.

 

Wenn Kinder für die Eltern im Pflegefall aufkommen müssen, kann das finanzielle wie psychologische Folgen haben.

Dieser soll dafür sorgen, dass ihnen selbst noch genug Geld zum Leben bleibt. Liegt das Einkommen über dem Betrag, gibt es zusätzliche Freibeträge.

Übrigens: Hat der Pflegebedürftige mehrere Kinder, haften diese gemeinsam. Und auch die Enkelkinder können ins Spiel kommen, sollte das Vermögen der Kinder allein nicht ausreichen.

Ergänzung 16.08.2019: Mit der Einführung des Angehörigen-Entlastungsgesetz soll ab 1. Januar 2020 erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro (pro Kind) eine Unterhaltspflicht bestehen. Das Vermögen der Kinder wird dann voraussichtlich nicht mehr für die Begleichung der Pflegekosten herangezogen.

Psychologische Auswirkungen eines Pflegefalls

Doch nicht nur finanziell, sondern auch psychologisch kann einem die Pflege nahe gehen. Es ist nicht einfach, die eigenen Eltern in dieser hilfsbedürftigen Lage zu sehen.

Viele Pflegebedürftige möchten gerne zu Hause gepflegt werden. Die Heimpflege ist dabei ähnlich teuer wie im Pflegeheim. Daher überlegen sich viele Angehörige, die Pflege der Eltern im eigenen Heim selbst zu leisten. So ehrenwert und verständlich diese Entscheidung ist – so sind die Auswirkungen teilweise verheerend.

In den meisten Familien sind es die Frauen, welche die Pflege des Angehörigen übernehmen. Durch eventuelle Elternzeit sind Frauen oft für die gesetzliche Rente grundsätzlich schon schlechter aufgestellt. Und auch die Pflege bedarf Zeit, sodass viele Angehörige dafür ihre Arbeitszeit reduzieren oder den Beruf sogar ganz aufgeben müssen.

Die zusätzliche Verantwortung führt zu Stress. Schließlich ist man von nun an auf unbestimmte Zeit rund um die Uhr für die Eltern verantwortlich. Urlaube und Ausflüge müssen ab sofort immer auf die Pflegeleistung abgestimmt werden. Das kann die eigene Beziehung stark belasten. Nicht selten führen Pflegefälle auch zur Scheidung. So können auch die psychologischen Auswirkungen wieder finanzielle Konsequenzen haben.

Für die Pflege vorsorgen

Ganz schön erschreckend, was ein Pflegefall in der Familie für Auswirkungen haben kann. Gut, wenn Sie für den Notfall vorgesorgt haben.

Denn auch, wenn Sie sich nicht wünschen, jemals zum Pflegefall zu werden: Noch weniger wünschen Sie sich bestimmt, dass Ihre Kinder und eventuellen Enkelkinder darunter leiden müssen.

Daher empfehlen wir Ihnen: Schließen Sie ein Abkommen mit Ihrem Nachwuchs. Erklären Sie, was im Pflegefall auf Ihre Kinder zukommt und unterbreiten Sie den Vorschlag, einen Teil des Kindergeldes statt in das Taschengeld in eine private Pflegeversicherung zu investieren.

Diese bekommen Sie bereits zum günstigen Monatsbeitrag. Ihren individuellen Beitrag können Sie ganz einfach im Beitragsrechner unseres Partners, der Union Krankenversicherung, ermitteln.

Die private Pflegeversicherung

Überzeugt? Hier die Leistungen unsers Tarifs PflegePRIVAT Premium im Überblick:

  • Erstattung eines Pflegetagegeldes in allen fünf Pflegegraden
  • Sie erhalten den 60-fachen Tagessatz bei erstmaligem Eintritt einer Pflegebedürftigkeit ab Pflegegrad 2
  • Sofort-Schutz: Leistungsanspruch ab dem ersten Tag
  • Alle drei Jahre passt sich der Versicherungsschutz dynamisch den allgemeinen Lebenshaltungskosten unter bestimmten Voraussetzungen an – ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Pflegetagegeld unabhängig davon, ob eine körperliche, geistige oder psychische Erkrankung zur Pflegebedürftigkeit führt
  • Beitragsfreistellung im Leistungsfall ab Pflegegrad 3

Vor Abschluss der Versicherung müssen einige wenige Gesundheitsfragen beantwortet werden. Diese geht Ihr Sparkassenberater bzw. Ihre –beraterin gerne mit Ihnen durch. So finden Sie gemeinsam den passenden Tarif für Ihre Bedürfnisse.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin zum Thema Pflege und sorgen Sie für Ihre Zukunft und die Zukunft Ihrer Angehörigen vor.

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Lisa Schelke

Lisa Roczniewski

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