Abzocke durch Enkeltrick verhindern

Schutz vor Betrügern

Der Enkeltrick – Betrug seit vielen Jahren

„Hallo ich bin’s, dein Enkel“ oder „Rate mal, wer hier spricht?“ – So oder so ähnlich beginnen Betrugsversuche über das Telefon, der so genannte Enkeltrick. Auch im Schwalm-Eder-Kreis ist die Masche zur gezielten Abzocke von älteren oder hilfsbedürftigen Menschen keine Seltenheit mehr.

Wir klären auf: Was steckt hinter dem Enkeltrick? Wie können Sie Ihre Eltern vor Schaden bewahren? Und vor welchen Betrugsversuchen sollten Sie noch auf der Hut sein?

Vorgehensweise der Täter beim Enkeltrick

Das Telefon klingelt und ein vermeintlicher Bekannter oder Verwandter ist am Apparat. Dabei verschweigt der Anrufer bewusst seinen Namen, spricht das Opfer direkt mit der persönlichen Du-Anrede an.

Das suggeriert Bekanntheit und erzeugt Vertrauen beim Angerufenen des Enkeltrick. Im weiteren Verlauf des Gespräches erklärt der Anrufer unter fadenscheinigen Ausreden, warum er jetzt unbedingt ganz schnell Bargeld benötigt: Ein Unfall, dringend überfällige Rechnungen oder der Kauf eines günstigen Autos sind nur einige der Gründe, welche die Täter sich einfallen lassen.

Dabei wird häufig emotionaler Druck „ich bin doch dein Enkelkind“ oder „nur du kannst mir helfen“, ausgeübt, sodass das Opfer schließlich einwilligt und das Geld von der Bank abhebt. Zur Übergabe kann der vermeintliche Neffe oder Enkel dann natürlich nicht persönlich erscheinen und schickt einen Mittelsmann. Wird das Geld an diesen übergeben, war der Enkeltrick erfolgreich.

Die Masche im Hintergrund

Im Hintergrund arbeitet oftmals nicht eine einzelne Person, sondern ein komplettes Team an dem Betrugsversuch. Aus dem Telefonbuch werden gezielt Namen herausgesucht, welche nach der älteren Generation klingen, wie „Josef“, „Anneliese“ oder „Walter“.

Im Team der Betrüger gibt es dann einen Anrufer, welcher überzeugend sprechen kann und mit dem Opfer telefoniert. Oftmals erfolgen mehrere Anrufe hintereinander in kurzer Zeit, um den Druck zu erhöhen und das Opfer am Reflektieren der Situation zu hindern.

Der Spion im Garten: Die Enkeltrick-Banden überwachen das Haus und den Lebensraum ihrer Opfer systematisch.

In den Anrufen wird außerdem darauf hingewiesen, die Geschichte auf keinen Fall weiter zu erzählen und schnellstens das Geld zu beschaffen.

Ein zweites Teammitglied hat dabei jederzeit das Wohnhaus des Opfers im Blick. Bricht dieser auf, um das Geld zu besorgen, wird auch das genau beobachtet. Sobald das Opfer mit dem Geld zurück ist, bekommt der Anrufer ein Zeichen, um kurz darauf erneut beim Opfer anzurufen.

Eine erneute Ausrede wird aufgetischt, warum das Geld nicht persönlich abgeholt werden kann. Nun kommt eine dritte Person des Teams ins Spiel, welche das Geld vom Opfer in Empfang nimmt.

Weitere Betrugsmaschen neben dem Enkeltrick

Doch auch neben dem Enkeltrick gibt es noch weitere Maschen, mit welchen Betrüger gezielt versuchen, Gelder von älteren Menschen zu erbeuten:

Polizeitrick

Der Anrufer gibt sich als falscher Polizeibeamter aus. Sogar die Nummer am Telefondisplay kann technisch so beeinflusst werden, dass eine 110 erscheint. Die Täter haben es hierbei sowohl auf Geld als auch auf Wertsachen abgesehen.

Steht Geld im Fokus, so wird dem Opfer eine Geschichte von Geldfälschung oder Betrugsdelikten von Bankmitarbeitern aufgetischt. Das Opfer wird gebeten, Geld vom Girokonto abzuheben und dieses – natürlich unter strengster Geheimhaltung – an den vermeintlichen Polizisten zur Prüfung abzugeben.

In einem anderen Fall behaupten die Betrüger, der Senior sei im Visier von Einbrechern. Daher müsse er schnellstens seine Wertsachen in Sicherheit – zur Polizei – bringen.

Das Ende vom Lied ist immer gleich: Die Täter verschwinden mit dem Geld oder den Wertsachen ins Nirwana und der Senior steht deutlich ärmer da als zuvor.

Gewinnspiel

Auch Gewinnspiele sind ein gefundenes Fressen für die Betrüger. So gaukeln sie dem Opfer am Hörer vor, er habe Geld, ein Auto oder einen teuren Sachpreis gewonnen. Um an den Gewinn zu kommen müsse er allerdings vorab Kosten für Steuern, Transport oder Zoll ins Ausland überweisen. Zur Auslieferung des Gewinns kommt es natürlich nicht.

Enkeltrick verhindern

Wer weiß, wie die Verbrecher vorgehen, hat diese schnell durchschaut. Doch häufig sind ältere Menschen verwirrt, dement oder zu gutgläubig und können den Betrugsversuch nicht mehr erkennen. Daher liegt es am näheren Umfeld – nicht zuletzt an den Kindern und Enkelkindern – die älteren Verwanden zu sensibilisieren und einen genauen Ablauf, im Falle solch eines Anrufes zu vereinbaren.

Mit diesen Tricks stoppen Sie jeden Betrugsversuch:

  • Der Anrufer hat keinen Namen genannt? Versuchen Sie keinesfalls, diesen zu erraten. Fordern Sie den Anrufer grundsätzlich auf, seinen Namen selbst zu nennen.
  • Der Anrufer gibt sich als Ihr Enkel oder Neffe aus? Fragen Sie ihn etwas, was wirklich nur ihr echter Verwandter wissen
  • Der Anrufer fragt nach Ihrem Kontostand? Geben Sie keinesfalls finanzielle und persönliche Details wie beispielsweise ihren Familienstand heraus.
Wichtig beim Enkeltrick: Tauschen Sie sich mit Ihren Verwandten aus und melden Sie den Anruf der Polizei.
  • Der Anrufer macht Ihnen Druck? Lassen Sie sich nicht hetzen. Rufen Sie auf jeden Fall die Nummer Ihres echten Enkels bzw. Verwandten an, um sich über den Anruf auszutauschen.
  • Der Anrufer fordert Geld oder Wertsachen? Übergeben Sie auf keinen Fall die geforderten Dinge. Sprechen Sie mit Ihren Verwandten und melden Sie den Vorfall der Polizei unter 110.

Weitere wichtige Hinweise:

  • Sie sind bereits Opfer eines Enkeltricks geworden? Dann melden Sie den Fall unverzüglich der Polizei unter 110.
  • Um die Anrufe zu unterbinden, lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch auf den Anfangsbuchstaben reduzieren z.B. J. Mustermann. So kann aufgrund des Namens kein Rückschluss auf Ihr Alter getroffen werden.
  • Wertsachen, wie höhere Geldbeträge oder teuren Schmuck, bewahren Sie am besten nicht zu Hause, sondern im sicheren Schließfach Ihrer Kreissparkasse Schwalm-Eder auf. Ein Schließfach können Sie jederzeit in unseren Geschäftsstellen mieten.

Bei Unklarheiten und Fragen wenden Sie sich gerne an Ihren Sparkassenberater oder die Polizei.

Über den Download-Link finden Sie die Checkliste mit den wichtigsten Hinweisen zur Erkennung des Enkeltricks. Drucken Sie sich diese gerne aus und legen Sie neben Ihr eigenes oder das Telefon Ihrer Eltern und schützen Sie diese so vor Betrugsversuchen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Stiftung der Kreissparkasse Schwalm-Eder schüttet 182.000 Euro aus. Hier: Die begünstigten Vereine der Direktion Melsungen.
Mit dem Privatkredit Ihrer Sparkasse sind Sie in jeder Situation flexibel und unabhängig.
Deka Nachhaltigkeit

Wir bauen ein Haus

Dank Jobmesse zum Traumberuf - Deine Ausbildung bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder
Wir bauen ein Haus - Teil 4: Fertig gibt's nicht

Autoreninfos

Lisa Schelke

Lisa Roczniewski

Social Media Marketing

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.